Presseinformation der KZVB vom 30.10.2002

"Patient zahlt künftig mehrfach"

Bayerische Zahnärzte rechnen mit Leistungseinschränkungen und gleichzeitiger Beitragssteigerung für gesetzlich Versicherte

Gesetzlich versicherte Zahnpatienten werden jetzt gleich mehrfach in die Zange genommen.
Zum einen werden durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Zahnlaborleistungen die Kosten für Zahnersatz um neun Prozent steigen.
Zum anderen müssen die 8,5 Millionen gesetzlich Versicherten im Freistaat künftig mit einer weiteren Leistungseinschränkung rechnen, "weil die Bundesregierung im nächsten Jahr das Behandlungsbudget vollständig einfrieren will", so der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), Dr. Rolf-Jürgen Löffler.
Allein für Bayern bedeute dies für das kommende Jahr rund 12 Millionen Euro weniger für zahnärztliche Leistungen. Schon bisher war lediglich eine Anpassung um 0,8 Prozent, und damit unter der Inflationsrate vorgesehen.

Nullrunde ohne positive Wirkung

"Trotz der angekündigten Nullrunde für Zahnarzthonorare wird es allerdings die von der Regierung erhoffte Beitragssatzstabilisierung nicht geben."
Löffler rechnet im Gegenteil damit, "daß die Krankenkassenbeiträge wegen der wuchernden Verwaltungsbürokratie ungebremst weiter steigen.
Der Patient zahlt im nächsten Jahr noch mehr und bekommt effektiv weniger Leistung", befürchtet der KZVB-Chef.

Qualitätseinbruch befürchtet

Für Michael Schwarz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, droht längerfristig ein massiver Qualitätseinbruch, "da hochwertige Zahnheilkunde nur zu angemessenen Honoraren möglich ist."
Bundeskanzler Schröder lasse eine weltweit führende Zahnheilkunde "unter Bruch sämtlicher Wahlversprechen zunehmend verkommen und kopple sie vom weltweiten Fortschritt ab".
Die bayerischen Zahnärzte wollen "diesem gesundheitspolitischen Kahlschlag den gemeinsamen Protest aller Gesundheitsberufe im Bündnis für Gesundheit in Bayern entgegensetzen."

Für Rückfragen:

Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte,
Tel.: 089/72401-162, Fax: 089/72401-276, E-Mail: presse(at)kzvb.de

 

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