Presseinformation der KZVB vom 31.07.2003
"Strafgeld verursacht Karies"
Zahnärzte sehen jahrzehntelange Präventionsbemühungen durch Praxiseintrittsgebühr vereitelt / Folgekosten sind höher als Einsparpotential
Die bayerischen Kassenzahnärzte lehnen die Einführung einer Eintrittsgebühr ab, weil sie dem Prophylaxegedanken mit regelmäßigem Zahnarztbesuch entge-genläuft. Statt langfristig mit Prävention und Selbstverantwortung der Patienten und die Zahngesundheit in der Bevölkerung zu stärken, wird aus Sicht der Zahnärzte das Kariesrisiko massiv erhöht.
"Präventionsorientierte Kassenpatienten werden künftig die Wahl haben, sich mittels einer bürokratisch verordneten Eintrittsgebühr ausmelken zu lassen oder mit mehr Löchern im Zahn herumzulaufen", kritisiert Dr. Rolf-Jürgen Löffler, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), die geplante Eintrittsgebühr, die auch für Zahnpatienten einmal pro Quartal anfällt und bis zu 40 Euro betragen kann.
Wenn ein Patient Prophylaxe ernst nehme und, wie auch kassenseits empfohlen und bisher mittels Bonusheft ausdrücklich gefördert, halbjährlich zur professionellen Mundpflege in der Praxis erscheint, müsse er künftig mindestens 20 Euro zusätzlich bezahlen - "Geld, das nicht der Zahnarzt für die Behandlung verwenden kann, sondern das er als Inkassobeauftragter in den allgemeinen Krankenkassentopf zurück überweisen muß", so Löffler.
Er vermutet, "daß der verwaltungstechnische Aufwand den politisch erhofften Einspareffekt weit übersteigt." Dagegen würden langfristig Zahnschäden und dadurch verursachte Reparaturkosten offenbar "von kurzfristig orientierten Politikern ausgeblendet." Der Chef der größten KZV Deutschlands plädiert deshalb dafür, beim Zahnarztbesuch "kein Strafgeld zu erheben".
Rückfragen:
Hans E. Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: h.glatzl(at)kzvb.de


