Presseinformation der KZVB vom 21.04.2004

Keine Kassengebühr beim Hauszahnarzt?

Bayerns Zahnärzte Bayerische Kassenzahnärzte fordern Hauszahnarztmodell / Krankenkassen sollen dafür auf Praxisgebühr verzichten

Die 8.200 Vertragszahnärzte im Freistaat fordern im Zusammenhang mit der Einführung eines Hausarztmodells die Krankenkassen im Gegenzug auf, auf den Einzug der Praxis-gebühr bei den Zahnärzten zu verzichten. Mit diesem Vorschlag wollen die Zahnärzte zum einen ihr Praxispersonal von Verwaltungsbürokratie entlasten, gleichzeitig ihren Patienten finanziell entgegenkommen, um den Vorsorgegedanken zu fördern.

Als „interessant“ stuft Dr. Rolf-Jürgen Löffler, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Verei-nigung Bayerns (KZVB), die Überlegungen einiger großer Krankenversicherungen ein, künftig auf die Kassengebühr zu verzichten. „Wir greifen den Gedanken gerne auf und fordern die Krankenkassen auf, mit uns Gespräche darüber zu führen, wie diese bürokratische und sozial ungerechte Zwangsabgabe für unsere Patienten schnellstens aus der Welt geschafft werden kann.“

Durch die abschreckende Wirkung der Kassengebühr sei auch die bisher weltweit vorbildliche Prophylaxe in Deutschland gefährdet. „Die regelmäßig notwendigen Vorsorgeuntersuchungen sind in den bayerischen Praxen alarmierend zurückgegangen. Dies verursacht für die Zukunft Behandlungskosten, die weit über dem vermeintlichen Einspareffekt liegen werden, befürchtet Löffler. Arzthopping habe es im zahnärztlichen Bereich mit einer „Patiententreue von über 90 Prozent sowieso nie gegeben“, so daß auch dieses Argument der Gesundheitspolitiker für den KZVB-Chef „nicht zieht“.

Nachdem die Krankenkassen jetzt signalisiert haben, an der Kassengebühr - wohl aufgrund der dadurch verursachten Kosten - wirtschaftlich kein Interesse mehr zu haben, sollten die verant-wortlichen Gesundheitspolitiker „schnellstens diese Bürokratieleiche beerdigen.“ Für Löffler wäre die Rücknahme ein erster Schritt zu mehr Transparenz, „wobei für uns klar ist, daß nur das zahnärztliche Modell befundorientierter Festzuschüsse dem Patienten und Zahnarzt medi-zinische Selbstbestimmung und Therapiefreiheit auf Dauer sichert.“

Für Rückfragen:

Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte,
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: H.Glatzl(at)kzvb.de

 

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