Presseinformation der KZVB vom 28.01.2004
Unverantwortliche Panikmache
„Koch hat an Kostentransparenz als Krankenhausarzt und -funktionär kein Interesse“ / Bayerische Zahnärzte kämpfen für „faire und ehrliche Kostenerstattung“
Als „unverantwortliche Panikmache und unerhörte Rufschädigung für alle niedergelas-senen Kollegen“ weist Dr. Rolf-Jürgen Löffler, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), die Kritik des bayerischen Ärztekammerpräsidenten Hell-mut Koch an der Kostenerstattung zurück. Es sei keineswegs so, daß Patienten mit der Entscheidung für die Kostenerstattung finanziell in Vorleistung gehen müßten. Genau-sowenig stimme die Behauptung, Zahnärzte würden bei der Kostenerstattung automa-tisch höhere Gebühren abrechnen. Koch übertrage hier wohl „seine Erfahrungen aus dem undurchschaubaren und unfinanzierbaren Honorarchaos im Klinikbereich unreflektiert auf die niedergelassenen Kollegen“, kritisiert Löffler die Äußerungen des Chefarztes des Nürnberger Nord-Klinikums.
Der Chef der rund 8.000 Vertragszahnärzte in Bayern sieht seine Kollegen zu Unrecht verunglimpft: „Die Zahnärzte stellen ihren Patienten für alle Leistungen innerhalb der vertragszahnärztlichen Versorgung bei der Wahl der Kostenerstattung in der Regel keinen Cent mehr in Rechnung als vereinbart ist und über Chipkarte von den Kassen bezahlt werden sollte,“ so die Klarstellung. Koch betreibe mit seinen Äußerungen „das Geschäft der Krankenkassen, die mit allen Mitteln versuchen, die Kostenerstattung und damit die Transparenz zu Fall zu bringen.“
Schwarze Löcher im Klinikbereich
Statt das Gesetz umzusetzen, würden Versicherte mit Falschmeldungen verunsichert und mit „aberwitzigen Verwaltungsgebühren von bis zu 10 Prozent der Rechnungssumme von den Krankenkassen abgezockt“. Damit werde die Transparenz, wie sie die Kostenerstattung dem Patienten einräumt, „boykottiert“. Löffler forderte eine Überprüfung dieser Praktiken durch die staatliche Aufsicht. In einem Brief an den Ärztepräsidenten Koch gibt der Zahnärztechef seinem Kollegen den Rat, sich als „hochdotierter Klinikarzt und Standesfunktionär im Angestelltenstatus“ nicht auf unbekanntes Terrain von zahnärztlichen Honorarabrechnungen zu begeben. Fehlendes Kostenbewußtsein und mangelnde Transparenz seien gerade im Klinikbereich „die größten Schwarzen Löcher im Chipkarten-System der GKV“.
Für Rückfragen:
Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte,
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: H.Glatzl(at)kzvb.de


