Presseinformation der KZVB vom 28.05.2004

Zahnärzte: Mit Festzuschuss gegen Chipkartenmissbrauch

Anonymes Abrechnungssystem deckt Betrüger / Zahnärzte und Versicherte geschädigt

Bayerns Versicherten gehen durch Betrug mit Krankenkassenkarten Millionen Euro verloren. Allein bei der Zahnbehandlung im Freistaat rechnet Dr. Rolf-Jürgen Löffler, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), mit einem Betrag in zweistelliger Millionenhöhe jährlich. Der Sumpf sei nur durch die Einführung befundorientierter Festzuschüsse und offene Rechnung an den Patienten auszutrocknen.

Geschädigt sind – nach Ansicht Löfflers – nicht nur die ehrlichen Versicherten, die mit ihrem Krankenversicherungsbeitrag die Chipkarten-Trittbrettfahrer mitfinanzieren, sondern auch die Zahnärzte, die für die Behandlung am Ende nichts bekommen, so der KZVB-Chef. Eine klare und einfache Lösung wäre für ihn die Einführung einer echten befundorientierten Festzuschußregelung mit Direktabrechnung. Während der Betrug durch das anonyme Chipkartensystem erst nach Monaten bei der Endabrechnung der Krankenkasse über die KZVB auffällt, ist es bei direkter Bezahlung der Behandlung unmöglich, sich Leistungen zu erschleichen.

Für Löffler ist die zögerliche Haltung der Krankenkassen bei der Bekämpfung dieser kriminellen Machenschaften ärgerlich aber nachvollziehbar. Denn für die Krankenkasse ist es mühsam, dem Verbleib von verlorenen oder verkauften Chipkarten nachzugehen. Andererseits spielt das Geld in einem budgetierten Zwangssystem mit Sicherstellungsauftrag perverserweise keine Rolle, weil der Vertragszahnarzt auch dann behandeln muß, wenn nichts mehr da ist. Bis zur Einführung einer offenen Rechnung mit Festzuschüssen wird man nach Einschätzung des KZVB-Chefs dieses Problem deshalb nicht in den Griff bekommen. Verlorene Chipkarten sollen am Münchener Hauptbahnhof derzeit zu Preisen bis zu 250 Euro gehandelt werden.

Für Rückfragen:

Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: H.Glatzl(at)kzvb.de.

 

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