Presseinformation vom 29.11.2004
Gemeinsame Presseerklärung
der Ersatzkassenverbände (VdAK/AEV) in Bayern
und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB)
Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Ersatzkassen und Vertragszahnärzte schließen Honorarvertragen
München, 29. November 2004: Nach langen und harten Verhandlungen ist es der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns und den Ersatzkassen in Bayern erstmals seit 1993 gelungen, einen umfassenden Honorarvertrag einvernehmlich zu schließen. Im Gegensatz zu früheren Verhandlungen musste weder ein Schlichter bemüht werden, noch hielten es die Vertragspartner für erforderlich, ihre inhaltlichen Differenzen in öffentlichen Pressekampagnen auszutragen. So war es dann auch beiden Seiten leichter möglich, auf Kompromisse einzugehen, die in vergangenen Jahren noch undenkbar waren.
Als Erfolg der Zahnärzteschaft kann verbucht werden, dass der gesetzlich zulässige Spielraum für die Anhebung der Gesamtvergütungsobergrenzen in den Jahren 2004 und 2005 in voller Höhe ausgeschöpft wurde. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man weiß, dass die Ersatzkassen eine deutlich höhere Gesamtvergütung je Mitglied leisten als die übrigen Krankenkassen im Land. Gerade im Bereich der präventiven und zahnerhaltenden Zahnmedizin nimmt damit die Vergütung der Ersatzkassen in Bayern im bundesweiten Vergleich nach wie vor einen absoluten Spitzenplatz ein. Gleichzeitig ist Bayern aber auch führend hinsichtlich des Mundgesundheitszustandes der Bevölkerung, insbesondere der Kinder und Jugendlichen.
Als Erfolg für die Ersatzkassen kann dagegen gewertet werden, dass beim Punktwert, der als Maßstab für die Vergütung der einzelnen vertragszahnärztlichen Leistungen gilt, die Zahnärzte für 2004 einer Nullrunde zugestimmt haben. Der Punktwert wird ab 1.7.2005 um 0,2% erhöht. Das ist eine etwas geringere Erhöhung als bei den Konkurrenzkassen. Der Vergütungsabstand von zuletzt 10% konnte dadurch um ein kleines Stück angenähert werden. In Zeiten harten Wettbewerbs und eines Risikostrukturausgleiches zwischen den Krankenkassen sind die Ersatzkassen über dieses Ergebnis natürlich besonders froh, wenngleich man sich eine deutlichere Annäherung gewünscht hätte.
Dr. Janusz Rat, ab 1.1.2005 neuer Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, und Christian Bredl, Leiter der Ersatzkassenverbände in Bayern, hoffen nun, mit diesem Kompromiss den Grundstein für eine konstruktive Vertragspartnerschaft gelegt zu haben. Die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind schwierig genug. Die wenigen Spielräume, die verbleiben, sollen gezielt im Interesse von Patienten und Versicherten eingesetzt werden.
Ihre Ansprechpartner:
VdAK/AEV-Landesvertretung Bayern, Dr. Sergej Saizew,
Tel: 089 / 552 551 60, Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns, Hans Glatzl, 089 / 72 401 162


