Presseinformation der KZVB vom 30.06.2004
Zahnärzte: Versorgung sicher, kein Boykott
Bayerns Kassenzahnärzte werfen Landtags-SPD „unbegründete Panikmache“ vor / Zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung auf Kassenniveau ist sichergestellt
Als „billige Stimmungsmache einer politisch impotenten Opposition“ stuft Dr. Rolf-Jürgen Löffler, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), den heutigen Dringlichkeitsantrag der SPD-Landtagsfraktion ein, der die Staatsregierung dazu auffordert, Kassenzahnarztpraxen im Freistaat „durch Anwerbung aus anderen EU-Staaten schnellstmöglich zu besetzen“ (Orginalzitat Wahnschaffe). Dazu besteht aus Sicht der KZVB keinerlei Anlaß. „Die Bevölkerung wird ohne sachlichen Grund und auf Kosten der Zahnärzteschaft verunsichert,“ so der KZVB-Chef.
111 Prozent Versorgung
Laut Auskunft aus dem Zahnärztehaus laufen zur Zeit „ganz normale Vertragsverhandlungen“ mit den Krankenkassen zum Honorarverteilungsmaßstab. Der Vorwurf der Verzögerung sei verfehlt, da der ursprünglich avisierte Abschlußtermin am 30.04.2004 in die Zeit der unmittelbaren Staatsherrschaft in der KZVB fiel. „Damit geht der erneute Ruf nach dem Staatskommissar ins Leere“, so Löffler, der dem Antrag im übrigen „wenig Sachkompetenz“ attestiert.
„Wer populistisch den Behandlungsnotstand ausruft, zeigt damit nur seine Unkenntnis von der Materie,“ so kritisiert Löffler den SPD-Sozialexperten Joachim Wahnschaffe, der für den Dringlichkeitsantrag verantwortlich zeichnet. Beispielsweise besteht im Landkreis Weilheim-Schongau ein ak-tueller Versorgungsgrad von 111 Prozent bei Kieferorthopäden und 105,9 Prozent für Allgemeinzahnärzte. Auch in den anderen Gebieten drohe derzeit ebenfalls keine Unterversorgung. „Selbst SPD-Landtagsabgeordnete sollten der Wahrheit verpflichtet sein und sich zuvor informieren, bevor sie mit den Ängsten der Bevölkerung spielen und Panik verbreiten“, zeigt man sich in der KZVB verärgert.
Zustimmung erntet der SPD-Politiker beim Zahnärztechef allerdings in der Einschätzung, daß in naher Zukunft möglicherweise noch mehr Kieferorthopäden und Zahnärzte in Bayern „nicht mehr länger bereit sind, unter den Bedingungen einer sozialistischen Mangelmedizin“ ihre Heil-kunst auszuüben. „Um diese Entwicklung abzuwenden, sollte Wahnschaffe aber seine Petitionen an seine Genossen nach Berlin schicken, statt sich in München aufzuplustern“, so der KZVB-Vorsitzende.
Für Rückfragen:
Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: H.Glatzl(at)kzvb.de.


