Der Böhmsche Rat

aus der Publikation kzvb TRANSPARENT Heft 13/07

 

Der Befund 4.6 und die Einsetzbarkeit der Regelversorgung


Dieser Böhmsche Rat beleuchtet die Befundklasse 4.6 beim Restzahnbestand
von drei Zähnen und verknüpft dies mit der Frage der Einsetzbarkeit von Regelversorgungen.

Als Beispiel dient der Befund aus der Digitalen Planungshilfe zum Festzuschusssystem (DPF) der KZBV. Es liegt ein Restzahnbestand von drei Zähnen vor. Die Zähne 32, 41 und 42 sind „ww“ im Sinne der Richtlinien,
die übrigen Zähne im Unterkiefer fehlen. In der Therapieplanung wird der Befund durch eine Brücke von 41 – 32 mit einem distalen Geschiebe an der Ankerkrone 32 sowie einer Krone mit einem distalen Geschiebe an Zahn 42 versorgt. Nach Eingabe der Therapieplanung wird die dargestellte Regelversorgung mit den zugehörigen Festzuschüssen ausgewiesen.
Hier stellt sich zunächst die Frage, welche Versorgung als Regelversorgung
bei einem Restzahnbestand von bis zu drei Zähnen im Kiefer anzusehen ist.

Die folgenden Möglichkeiten kommen in Betracht:

1. Besteht die Notwendigkeit der Versorgung mit einer schleimhautgetragenen
Deckprothese, sind unabhängig vom Vorliegen der Befunde „ww“, „ur“, „kw“, „tw“ oder „rw“ Festzuschüsse nach den Nummern 4.6 (ggf. 4.7) oder 4.8 ansetzbar.

2. Wird ein parodontal-dental gelagerter Kombinationszahnersatz eingegliedert, ist für die Ansetzbarkeit der Zuschüsse nach Befund 4.6 (ggf. 4.7) die Notwendigkeit der Kombinationsversorgung nach ZE-Richtlinie Nummer 35 zu prüfen. Besteht keine Notwendigkeit im Sinne dieser Richtlinie, sind Befunde nach Nummer 1.1 (ggf. 1.3) oder 1.2 ansetzbar, wenn Befunde „ww“, „ur“, „kw“ oder „tw“ vorliegen.

3. Wird ein herausnehmbarer Zahnersatz (im Gegensatz zum Kombinationszahnersatz) eingegliedert, sind Befunde nach Nummer 1.1
(ggf. 1.3) oder 1.2 ansetzbar, wenn Befunde „ww“, „ur“, „kw“ oder „tw“ vorliegen.

Es stellt sich nun die Frage, ob die Regelversorgung, wie sie von der DPF
vorgegeben ist, einsetzbar ist. Nach meiner Auffassung muss man diese
Frage verneinen. Deshalb ist die Regelversorgung bei diesem Befund eindeutig
zu defi nieren, auch in Hinblick auf die geplante Therapie. Es werden
deshalb Teleskopkronen nach Befundklasse 4.6 angesetzt.

Beispiel

 

 

DR. STEFAN BÖHM
REFERENT FÜR HONORARWESEN DER KZVB