Der Böhmsche Rat

aus der Publikation kzvb TRANSPARENT Heft 21/08

 

Abrechnungshinweise bei KB und Kiefergelenkserkrankungen - Teil 2



In der letzten Ausgabe (kzvb TRANSPARENT 20/2008) beschäftigte sich
der „Böhmsche Rat“ mit Verletzungen des Gesichtsschädels (Kieferbruch –
KB) und den Bema-Nummern K1 bis K4 bei der Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen (Aufbissbehelfe).


Abrechnung der Bema-Nummern K6 bis K9

Wiederherstellungen,  Kontrollbehandlungen und Korrekturen von Aufbissbehelfen sind wie folgt abzurechnen:

  • für Wiederherstellungen und/oder Unterfütterung nach der Bema-Nummer K6
  • für Kontrollbehandlungen gegebenenfalls mit einfachen Korrekturen nach Bema-Nummer K7
  • für Kontrollbehandlungen mit Einschleifen (subtraktive Methode)
    nach Bema-Nummer K8
  • für Kontrollbehandlungen mit Aufbau einer neuen adjustierten
    Oberfläche (additive Methode) nach Bema-Nummer K9.
    Material- und Laborkosten zur Bema-
    Nummer K6/K9:
  • direkte Methode: nur die tatsächlichen Materialkosten
  • indirekte Methode: L-Nr. 403 0 für Bema-Nummer K9, L-Nr. 761 0
    und L-Nr. 802 1 bis 802 7 und/oder L-Nr. 808 0 oder 809 0 für
    die Bema-Nummer K6.

Abrechnung von Material- und Laborkosten

Soweit bei der KB-Behandlung Material-und Laborkosten anfallen, sind die Material- und Laborkosten des Zahnarztlabors auf dem Abrechnungsformular für Kiefergelenkserkrankung und Kieferbruch in den vorgesehenen Zeilen zu spezifizieren oder ein Eigenlaborbeleg im Originalbeizufügen.

Fremdlaborrechungen sind im Original beizufügen. Der Gesamtbetrag wird auf das Abrechnungsformular bei Material- und Laborkosten des Fremdlabors eingetragen.

Für die Leistungen des Eigenlabors ist die Mehrwertsteuer nicht abrechenbar.

Bei Regionalkassen sind die Kosten für Abformmaterial und Versand nicht berechenbar. Diese Vereinbarung gilt am Sitz des Zahnarztes, das heißt, auch bei den außerbayerischen Regionalkassen können keine Pauschalen berechnet werden.

Bei Ersatzkassen gilt eine bundeseinheitliche Regelung. Somit können Kosten für Abformmaterial und Versand als Pauschalgebühr abgerechnet werden. Je Abdruck ist derzeit ein Betragv on 2,80 Euro abrechenbar und je Versandgang kann 3,90 Euro berechnet werden. Diese Kosten werden inder vorgesehenen Spalte „Pauschbetrag Abformmaterial“ und „Versandkosten“auf dem Abrechnungsformular für Kiefergelenkserkrankung und Kieferbruch als Gesamtbetrag eingetragen und müssen nicht gesondert spezifiziert werden.

Das Bundeseinheitliche Leistungsverzeichnis (BEL II) gilt für die Berechnung der Material- und Laborkosten bei der vertragszahnärztlichen Versorgung. Anzumerken ist, dass es für KB einerseits und Zahnersatz (ZE) andererseits getrennte Listen gibt. So beträgt beispielsweise der gewerbliche Laborhöchstpreis für ein Modell bei KB nur 5,32 Euro und für ein Modell bei ZE 5,34 Euro. Im Eigenlabor ist der Höchstpreis beispielsweise für ein Modell bei KB 5,05 Euro und bei ZE 5,07 Euro. Die Preise sind Höchstpreise, die nicht überschritten werden dürfen. Als Stichtag für die Berechnung der Material- und Laborkosten gilt:

  • für das Praxislabor: Tag der Eingliederung
  • für das gewerbliche Labor: Tag der Lieferung.

Vor der Abrechnung über die KZVB sind auch Fremdlaborrechnungen zu überprüfen:

  • ob die berechneten Leistungen in Auftrag gegeben waren beziehungsweise vom Zahnarzt anerkannt werden (vor allem Anzahl und Art der Leistung prüfen und gegebenenfalls berichtigen lassen)
  • ob Leistungen fehlen
  • ob die Leistungen als Vertragsleistungen berechnet werden können( gegebenenfalls herausstreichen und herausrechnen)
  • ob die berechneten Preise stimmen (gegebenenfalls berichtigenl assen).

    Näheres hierzu steht in der Roten Abrechnungsmappeunter LAB 1 – 2.

Hinweise zum Ausfüllen für das Abrechnungsformular für Kiefergelenkserkrankungund Kieferbruch

Feld „Behandlungsplan vom...":

  • Bei der Abrechnung von Leistungen K1 bis K4 ist auf dem Abrechnungsformular für Kiefergelenkserkrankung und Kieferbruch das Erstellungsdatum des Behandlungsplans einzutragen
  • Das Gleiche gilt bei der Abrechnung von Wiederherstellungsmaßnahmen nach den Bema-NummernK6 bis K9.Spalten „Zahnärztliches Honorar"
  • Die Behandlungsdaten sind einzeln aufzuführen und das entsprechende Datum in der Spalte einzutragen
  • Die Zahnangabe ist bei der Leistung K4 erforderlich.

 

Bisshebung

Es ist zu differenzieren, ob Bisshebungen im Zusammenhang mit notwendigen Überkronungen stehen oder ob gar kein Befund nach den Richtlinien des Festzuschuss-Systems zutrifft, so dass von reinen funktionstherapeutischen
Maßnahmen zu sprechen wäre.

Ein Mischfall tritt dann ein, wenn zum Beispiel im Rahmen einer Zahnersatz-Versorgung an einer Stelle des Kiefers eine Neuversorgung notwendig ist und sich in diesem Zusammenhang die Frage der Bisshebung stellt.

So kann es im konkreten Einzelfall durchaus denkbar sein, dass durch die Neuversorgung und die damit verbundene notwendige Bisshebung zwangsläufig auch Zähne ohne Befund in die Bisshebung einbezogen
werden müssen.

Bei diesen Fällen ist im Rahmen eines Planungsgutachtens zu klären,
ob der bestehende Befund nur in Zusammenhang mit einer generellen
Bisshebung zahnmedizinisch vertretbar und richtlinienkonform versorgt
werden kann.

 

 

DR. STEFAN BÖHM
REFERENT FÜR HONORARWESEN UND ZAHNTECHNIK DER KZVB