Mogelpackung: "Zahnersatz zum Nulltarif"

Patientenflyer

Geschäftemacherei auf Kosten der Zahnärzte, der Zahntechniker und der Gesundheit unserer Patienten – dagegen wehren wir uns für Sie. Wir haben einen Prozess gegen ein Auktionsportal geführt, den wir durch mehrere Instanzen bis zum Oberlandesgericht gewonnen haben. Derzeit warten wir auf die endgültige Entscheidung des Bundesgerichtshofes.

Neuerdings versuchen Krankenkassen gleich von vornherein den Preis einer Zahnersatzbehandlung nach unten zu drücken. Mit dem Motto „Zahnersatz zum Nulltarif“ werben sie um Versicherte – wir Zahnärzte sollen die Zeche zahlen! Bislang hat sich nicht einmal ein Prozent der bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzte für diese neue Art der Versorgung, die die Verwendung von Zahntechnik aus China beinhaltet, entschieden.

Erinnern Sie sich? Globudent war ein Skandal – mit Verurteilungen wegen Betrugs, Kassenentzugsverfahren und Schadenersatzforderungen von Patienten. Nun erlebt die Billigzahntechnik eine Renaissance – nebst Niedrighonoraren für die beteiligten Zahnärzte. Auf bis zu 25 Prozent ihrer Vergütung sollen die beteiligten Zahnärzte verzichten, darüber hinaus zum Beispiel eine Professionelle Zahnreinigung oder eine Implantatbehandlung zu einem Festpreis anbieten, der nicht einmal die Kosten deckt.

Dies kann kein Zahnarzt auf Dauer wirtschaftlich durchhalten.

Auf diese Machenschaften, die nun auch große Krankenkassen bewerben, werden sich voraussichtlich vor allem zwei Gruppen von Zahnärzten einlassen: Diejenigen, die nur wenig Patienten haben und sich erhoffen, ihre Praxen mit diesem Geschäftsmodell ankurbeln zu können. Oder Zahnärzte, die die Qualität der Versorgung dem Kriterium Preis unterordnen. Inzwischen ist es uns gelungen, einige Krankenkassen von der mangelnden Seriosität dieser Angebote zu überzeugen. Sie verzichten darauf, „Zahnersatz zum Nulltarif“ weiter zu bewerben. Wir hoffen, dass weitere Krankenkassen diesen Vorbildern folgen und aus diesem „Geschäft“ aussteigen.

Wir hoffen aber auch, dass so mancher Zahnarzt, der blauäugig in dieses Geschäftsmodell getappt ist, sich wieder auf sein Berufsbild besinnt und ethische Aspekte über vermeintliche monetäre Vorteile stellt.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen 
Dr. Janusz Rat
Vorsitzender des Vorstandes der KZVB
Dr. Martin Reißig
Stv. Vorsitzender des Vorstandes der KZVB


Weitere Exemplare können kostenlos bei unserer Pressestelle angefordert werden unter Tel.: 089 72401-163 oder per E-Mail unter presse(at)kzvb.de

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