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HONORARVERTEILUNGSMASSSTAB (HVM)

§ 85 Abs. 4 SGB V

„HVM“ ist im Bereich der vertrags- (zahn-)ärztlichen Versorgung wahrscheinlich einer der am meisten benutzten Begriffe. Nach § 85 Abs. 4 SGB V verteilen die Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen die Gesamtvergütung an die Vertrags(zahn-)ärzte. Bis Mitte 2004 lag und seit 01.01.2012 liegt die Honorarverteilungskompetenz wieder weitgehend bei den KZVen. Es muss nur das „Benehmen“ bei der Aufstellung von Honorarverteilungsregelungen mit den Krankenkassen hergestellt werden. Von Mitte 2004 bis 2011 mussten die Honorarverteilungsregelugen mit den Krankenkassen „gemeinsam und einheitlich vereinbart“ werden.

Die Verteilungsmechanismen werden gesetzlich nicht vorgegeben und eröffnen grundsätzlich weite Gestaltungsspielräume. Gleichwohl haben sich in der Praxis relativ wenige Modelle für die Honorarverteilung entwickelt. Die KZV Bayers hat 1993 das Honorarverteilungsmodell mittels so genannter individueller Bemessungsgrundlagen (Praxisbudgets) entwickelt und diese Methodik bis 1995 angewandt. Das Bundessozialgericht hat diese Methodik zwischenzeitlich als mögliche Verteilungssystematik bestätigt. Aktuell gilt in Bayern im KCH-Bereich ein Verteilungsmodell mit „Puffer- und Stichtagen“ und bei KFO-, KB- und PAR-Leistungen ein so genannter Fallwert-HVM; insbesondere die Verteilungsmethodik im KCH-Bereich wurde im Zeitraum bis 2011 erst nach harten Verhandlungen von den Krankenkassen akzeptiert. Die aktuellen HVM-Regelungen sind in der Blauen Vertragsmappe, Teil 1 unter BII abgedruckt.
Praxistipp
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