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MEDIZINISCHER DIENST DER KRANKENVERSICHERUNG (MDK)

vgl. §§ 275 ff SGB V

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung wurde in der aktuellen Form durch das Gesundheitsreformgesetz (GRG) vom 20. Dezember 1988 eingeführt. Er hat dabei den früher bestehenden vertragsärztlichen Dienst, der bei den Landesversicherungsanstalten eingerichtet war, abgelöst. Der MDK ist als Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen beziehungsweise ihrer Verbände in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts eingerichtet. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind die Landesverbände der Regionalkassen und die Verbände der Ersatzkassen. Organe des MDK sind ein Verwaltungsrat und der Geschäftsführer. Die wesentlichen Aufgaben des MDK sind in § 275 Abs. 1 bis 4 SGB V beschrieben. Weiterhin bestehen weit reichende Zuständigkeiten im Bereich der sozialen Pflegeversicherung
(vgl. § 18 SGB XI). Für den Zahnarzt als Arbeitgeber ist es interessant zu wissen, dass die Krankenkassen insbesondere zur Beseitigung von Zweifeln an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen eine gutachterliche Stellungnahme des MDK einholen können. Die Voraussetzungen sind dann gegeben, wenn Versicherte auffällig häufig oder auffällig häufig nur für kurze Dauer arbeitsunfähig sind oder der Beginn der Arbeitsunfähigkeit oft auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Häufigkeit der von ihm ausgestellten Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit auffällig geworden ist. Nach einem Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts vom 23. September 1998 (Az.: L 12 KA 533/96) hat der MDK im vertragszahnärztlichen Bereich nur eine interne beratende Funktion gegenüber den Krankenkassen. Vor dem Hintergrund der vertraglich geregelten Begutachtungsverfahren (Anlagen 6, 9 und 12 zum Bundesmantelvertrag -Zahnärzte) kann nach Auffassung des Bayerischen Landessozialgerichts der MDK insbesondere die dort geregelten Zuständigkeiten der einvernehmlich bestellten Gutachter nicht verdrängen oder ersetzen. Der MDK kann deshalb in diesem Bereich allenfalls mit der Frage befasst werden, ob von den Krankenkassen im Einzelfall ein einvernehmlich bestellter Gutachter beauftragt werden soll.