Online Rollout

Nichts überstürzen

Der Online-Rollout (ORS 1) für die elektronische Gesundheitskarte hat zwar am 1. Juli 2017 begonnen, für eine überstürzte Kaufentscheidung gibt es aber weiterhin keinen Grund. Nach wie vor kann kein Hersteller zertifizierte Lesegeräte, Kartenterminals und Konnektoren anbieten. Das Zulassungsverfahren wird nach derzeitiger Schätzung für die erste komplette Produktkette im November 2017 abgeschlossen sein.

Verpflichtend wird das Versicherten-Stammdatenmanagement (VSDM) frühestens Mitte kommenden Jahres: Stichtag ist zwar bislang der 1. Juli 2018. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung rechnet mit einer Fristverlängerung. Das Bundesministerium für Gesundheit wird Medienberichten zufolge die Frist bis Ende 2018 verlängern.

KZVB-Servicecenter verfügbar

Ungeachtet der aktuellen politischen Diskussionen um die elektronische Gesundheitskarte schreiten die technischen Vorbereitungen für den Online-Rollout weiter voran. Das im KZVB Rundschreiben 4/2017 und im KZVB Transparent 12/2017 angekündigte Servicecenter zur Beantragung der Pauschalen ist seit dem 22. August im internen Bereich des KZVB-Internetauftritts für Praxisinhaber freigeschaltet. Personalzugänge können nicht auf das Servicecenter zugreifen.

Ein Blick ins Servicecenter lohnt sich schon deshalb, weil Vertragszahnärzte in dem dort bereitgestellten Refinanzierungsantrag ihre bei der KZVB gespeicherten Praxisdaten einsehen können. Danach bemessen sich der Ausstattungsbedarf für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur sowie die Höhe der Erstausstattungs- und Betriebskostenpauschalen.

Kriterien für die Berechnung Ihrer Ausstattungspauschale sind unter anderem die Anzahl der Vertragszahnärzte am jeweiligen Praxisstandort, die Anzahl der angestellten Zahnärzte und die Anzahl der Besuchsfälle des letzten Jahres. Die einzelnen Komponenten, für die Sie eine Pauschale bekommen, werden Ihnen angezeigt. Dies wird Ihnen bei der Beschaffung über Ihren Hardwarelieferanten behilflich sein.

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Komponenten für den Online Rollout auf dem freien Markt verfügbar sind und Ihre Praxis an die Telematikinfrastruktur angebunden ist, haben Sie in einem zweiten Schritt die Möglichkeit Ihren Erstattungsanspruch im Servicecenter online an die KZVB zu melden. Nach der Bestätigung durch die KZVB erfolgt die Kostenerstattung Ihrer Ausgaben zum zeitlich nachfolgenden regulären Auszahlungstermin auf Ihr Honorarkonto bei der KZVB. Zu dieser einmaligen Zahlung bekommen Sie zusätzlich regelmäßig eine monatliche Wartungspauschale ausbezahlt.

Die Beantragung der Pauschalen kann voraussichtlich ab Ende November 2017 erfolgen. Über den genauen Zeitpunkt informieren wir Sie in unseren Aussendungen und auf kzvb.de.

Damit Sie zukünftig auch andere Dienstleistungen der KZVB auf elektronischem Weg nutzen können, wird das Servicecenter weiter für Sie ausgebaut.

Online-Rollout; elektronischer Praxisausweis jetzt ab dem 23.10.2017

Mit Rundschreiben 06/2017 hatten wir Ihnen aufgrund der damaligen Planung mitgeteilt, dass der elektronische Praxisausweis (SMC-B) ab Ende September 2017 über die KZV Bayerns zu beantragen wäre. Dieser Termin konnte mangels Verfügbarkeit der SMC-B nicht realisiert werden.

Die SMC-B ist für die Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte erforderlich. Sie ist Voraussetzung für die Inbetriebnahme der neuen Kartenterminals und Konnektoren. Nach neuer Planung soll nunmehr eine Beantragung der SMC-B ab dem 23.10.2017 erfolgen. Die bayerischen Praxen beantragen die SMC-B online bei der für sie zuständigen KZVB. Sie kann nach derzeitiger Planung ab dem 23.10.2017 über den Menüpunkt „Praxisausweis (SMC-B)“ im internen Bereich des KZVB-Internetauftritts beantragt werden. Auf der SMC-B- Antragsseite sind alle zugelassenen SMC-B-Anbieter aufgelistet. Weitere Informationen zu den Kosten und Angebotsbedingungen sind hier abrufbar.

Die Antragstellung und der Vertragsschluss müssen vom Zahnarzt über den persönlichen Zahnarzt-Login erfolgen. Personalzugänge sehen den Menüpunkt nicht.

Hinsichtlich der Beantragung der SMC-B besteht weiterhin kein Grund zur Eile, da es derzeit noch keine zertifizierten Geräte gibt. Allerdings hat die KZBV mittlerweile dem ersten SMC-B- Anbieter die Zulassung für den zahnärztlichen Bereich erteilt. Auch soll die noch erforderliche Zulassung durch die gematik in Kürze erfolgen.

Die KZV Bayerns empfiehlt Ihnen, die SMC-B etwa vier Wochen vor dem mit Ihrem Techniker vereinbarten Installationstermin zu beantragen.

Häufige Fragen zur SMC-B

ORS 1, VSDM, SMC-B, HBA – IT-Experten sind kreativ, wenn es um neue Begriffe geht. Auch und gerade bei der Online-Anbindung von Arzt- und Zahnarztpraxen! Matthias Benkert (IT-Abteilung) und Claudia Rein (Rechtsabteilung) sind in der KZVB-Verwaltung für dieses Großprojekt verantwortlich. Sie erklären im verlinkten TRANSPARENT-Artikel, was sich hinter den Abkürzungen verbirgt und was auf die Praxen zukommt.

Haben Sie Fragen zum Online Rollout?

Wenden Sie sich bitte an die DEC-Hotline unter der Telefon-Nummer 089 72401-101 oder an die Onlineverwaltung unter der Telefon-Nummer 089 72401-513.

Informationsmaterial der BundesKZV

Alle Infos der KZBV mit Links auf die einzelnen FAQs - insbesondere die FAQ-Liste zum Online-Rollout (Stufe 1) Stand: 21. Februar 2017 - und Verträge finden Sie gebündelt hier:

http://www.kzbv.de/elektronische-gesundheitskarte.92.de.html

Mitte August 2017 hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung eine Praxisinformation mit dem Thema „Anbindung an die Telematikinfrastruktur – Informationen für Ihre Praxis“ veröffentlicht, die alle Fragen rund um die elektronische Gesundheitskarte und den Online-Rollout beantwortet.

Informationsmaterial der gematik

Die gematik informiert in ihrer Broschüre „Digitale Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens“ (Stand: Oktober 2016) über die Anbindung der Praxen.
www.gematik.de

Elektronischer Heilberufsausweis

Die Bayerische Landeszahnärztekammer befindet sich derzeit in den Vorbereitungen für die Ausgabe elektronischer Heilberufsausweise (HBA). Über den genauen Zeitpunkt der HBA-Ausgabe werden Sie rechtzeitig informiert.

Für die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematik-Infrastruktur mit der ersten Anwendung des Online Rollout Stufe 1 – dem „Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)“ – benötigen Sie keinen HBA.

Erst mit der späteren Einführung der Anwendung „Qualifizierte elektronische Signatur (QES)“, mit der Zahnärzte Dokumente rechtssicher unterzeichnen können und mit der weiteren Anwendung „sichere Kommunikation der Leistungserbringer (KOM-LE)“, bei der es um die sichere elektronische Kommunikation zwischen den Leistungserbringern geht, wird ein HBA notwendig.