Telematik. Anbindung.

Antworten auf Ihre Fragen zur Bestellung der Komponenten, Abnahme der Installation, Sanktionen, Datenschutz etc.

Telematik: Status Quo (Stand Juni) und wie geht es weiter?

Vortrag von Matthias Benkert, stv. Leiter IT und Teamleiter Weblösungen und IT-Sicherheit

VirtiClips vermitteln Informationen zur Telematikinfrastruktur
VirtiClips sind kurze Erklärfilme der KZVB, die innerhalb von drei bis sechs Minuten komplexe Inhalte auf das Wesentliche herunterbrechen.
Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie folgende VirtiClips zu den Themen:
Digitale Vernetzung im Gesundheitswesen - Telematikinfrastruktur/gematik
Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Telematikinfrastruktur im Überblick - Leitfaden der Bundes-KZV

Der im August 2020 aktualisierte Leitfaden der Bundes-KZV richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich über die Anbindung ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur informieren möchten:

https://www.kzbv.de/ti-das-gesundheitsnetz.1163.de.html

Neue IT-Sicherheitsrichtlinie

Am 2. Februar trat die neue „Richtlinie zur IT-Sicherheit in der vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Versorgung“ in Kraft.
Die neuen Regelungen sind gestaffelt, beginnend mit dem 1. April 2021. Ziel ist es, die Arzt- und Zahnarztpraxen zu unterstützen, Gesundheitsdaten in den Praxen künftig noch besser zu schützen.

Was Praxen über die IT-Sicherheitsrichtlinie wissen müssen

Zu der in Kraft getretenen Richtlinie hat die Bundes-KZV umfangreiche Informationsmaterialien für Zahnarztpraxen erstellt, die unter http://www.kzbv.de/it-sicherheitsrichtlinie kostenfrei abgerufen werden können. 

E-Health-Konnektor Update

Zahnarztpraxen wurden von ihrem Praxissoftwareanbieter aufgefordert, das Update für den e-Health-Konnektor durchzuführen und einen Heilberufsausweis zu bestellen.

Dieses Update benötigen Sie um die medizinischen Anwendungen der Telematikinfrastruktur zu nutzen zum Beispiel KIM oder das Notfalldatenmanagement (NFDM) 

Infos zur Refinanzierung Ihrer Update-Kosten und die Links zum Antrag finden Sie auf der Seite Refinanzierung & Antrag

Verpflichtend ist das Update seit dem 1. Januar 2021

Gemäß den Rechtsgrundlagen (TSVG, DVG und PDSG) sind Praxen, die an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmen, seit dem 1. Januar 2021 zur Unterstützung der elektronischen Patientenakte (ePA) und zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) verpflichtet. 

Da sowohl auf Seiten der Praxen als auch auf Seiten der Krankenkassen noch nicht alle Voraussetzungen für die elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorhanden sind, gibt es eine Übergangsfrist bis 30.09.2021. 

Anstelle eines bundesweiten Rollouts wird die elektronische Patientenakte zunächst nur in den Pilotregionen Berlin und Westfalen-Lippe getestet.  Im Sommer soll dann der flächendeckende Einsatz in Deutschland erfolgen

Anbindung an die TI

Was ist zu tun?
Vortrag von Matthias Benkert, stv. Leiter IT und Teamleiter Weblösungen und IT-Sicherheit
Telematik. Was ist für die Anbindung zu tun?

Freischaltung, Refinanzierung und Sanktionierung und mehr – Fragen dazu beantworten wir in unserem KZVB-Leitfaden eHBA

  1. Kontaktaufnahme mit dem Anbieter Ihrer Praxissoftware in Bezug auf die erforderlichen Komponenten für die TI (Konnektor, stationäres Kartenterminal, Installation, etc.) für Ihre Praxis. Eine Übersicht über Zahnarztsoftware (Herstellerliste) finden Sie auf der Website der Bundes-KZV.
  2. Bestellen Sie die Komponenten und vereinbaren Sie einen Installationstermin mit Ihrem Anbieter. Ein Überblick über die notwendige technische Ausstattung ist ebenfalls auf der Website der Bundes-KZV.
  3. Ca. vier Wochen vor dem vereinbarten Installationstermin einen Praxisausweis (SMC-B) bestellen.
    Bitte so vorgehen:
    • Login mit dem Zahnarzt-Zugang
    • In der Navigation Praxisausweis (SMC-B) auswählen
      (nicht sichtbar, wenn Sie mit dem Personalzugang eingeloggt sind)
    • Gewünschte Auswahl treffen. Anschließend werden Sie nach dem Klick auf „Weiter“ auf die Website des Kartenanbieters weitergeleitet. Dort bitte den Bestellvorgang abschließen.
  4. Nach erfolgter Installation an Ihrem Praxisstandort können Sie im Anschluss über das Servicecenter unter dem Punkt Telematik den Antrag auf Refinanzierung für die Telematik-Infrastruktur beantragen. Beachten Sie bitte: Auch hierfür muss der Zahnarzt-Zugang genutzt werden.
  5. Nach erfolgter Genehmigung durch die KZVB erhalten Sie einen Bescheid von uns. Der einmalige Erstattungsbetrag und die bis dahin angefallenen Betriebskosten-Pauschalen werden in Kürze Ihrem Abrechnungskonto gutgeschrieben. Weiterhin erhalten Sie automatisch die monatliche Erstattung der Betriebskosten für den Konnektor.
Anbindung selbst vornehmen

Falls Sie die Anbindung selbst vornehmen möchten, informieren Sie sich bitte zuvor umfassend über alle notwendigen Schritte. Wichtige Informationen finden Sie u.a. auf der Website der gematik

Was droht bei Nichtanbindung an die TI?

Nach § 291 Abs. 2b Satz 9ff SGB V ist für alle Vertragszahnärzte seit 1.1.2019 die Anbindung an die TI verpflichtend. Ebenso sind sie seit diesem Zeitpunkt dazu verpflichtet, das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchzuführen. 
Bei Nichtanbindung an die TI und Nicht-Durchführung des VSDM ist die Vergütung vertragszahnärztlicher Leistungen pauschal um 1 Prozent mit Wirkung zum 1.1.2019, ab März 2020 sogar um 2,5 Prozent so lange zu kürzen, bis sie die VSD-Prüfung durchführen.

Weitere Probleme, mit denen zu rechnen ist

Bei Nichtanbindung müssen Sie mit Einschränkungen bei der Abrechnung vertragszahnärztlicher Leistungen zu rechnen. Momentan sind die geschützten Versichertenstammdaten noch zusätzlich als unverschlüsselte Kopie auf der eGK gespeichert. Deswegen können diese noch mit Bestandsgeräten ausgelesen werden. Die Kopie wird, abhängig vom bundesweiten Ausstattungsgrad, über einen Versichertenstammdatenabgleich gelöscht werden. Der Zugriff auf die dann verschlüsselten geschützten Versichertenstammdaten, die den Zuzahlungsstatus, die besondere Personengruppe, das DMP-Kennzeichen (Disease-Management-Programm), Selektiverträge sowie Angaben zum Ruhen des Anspruchs auf Leistungen enthalten, ist demzufolge nur noch mit den neuen Kartenlesegeräten möglich.

Dazu ist mindestens ein Offline-Konnektor in Verbindung mit einem neuen stationären Kartenlesegerät notwendig – oder aber ein neues mobiles Kartenlesegerät. Zusätzlich wird ein Praxisausweis (SMC-B) bzw. ein elektronischer Heilberufsausweis erforderlich, um die geschützten Versichertenstammdaten entschlüsseln und auslesen zu können. Die Krankenkassen finanzieren diese Minimallösung jedoch nicht. Vollständige Honorarabrechnungen ohne diese zusätzlichen verschlüsselten Daten werden nach einer Löschung der unverschlüsselten Daten dann nicht mehr zu erstellen sein.

Abnahme der TI Installation

Die gematik empfiehlt, die fachgerechte Beratung und Installation nachzuverfolgen und stellt hierfür ein Muster-Installationsprotokoll zur Verfügung - siehe Information unten: Abnahmeprotokoll. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern hat Hinweise zur Abnahme der TI-Installation (KVB-Checkliste) für Arztpraxen erstellt. Die KZVB empfiehlt den bayerischen Zahnärzten, diese einzuhalten.

Schutzmaßnahmen für sicheren Online Zugang bestätigen lassen

Lassen Sie sich bestätigen, dass Ihre bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen vor möglichen unautorisierten Zugriffen aus dem Internet wie Firewall, Virenscanner o. ä. aktiv sind und prüfen Sie dies nach. Achten Sie darauf, dass mit den getroffenen Maßnahmen ein hoher Schutz erreicht wird.

Abnahmeprotokoll / Muster-Installationsprotokoll der gematik

Achten Sie darauf, dass Ihnen ein detailliertes Abnahmeprotokoll ausgehändigt wird. Dieses umfasst in der Regel mehrere Seiten. Darin sollen die Tätigkeiten im Rahmen der Installation aufgelistet, dokumentiert und vom Techniker bestätigt werden (z. B. Art der TI-Anschlussvariante, Sicherheitsniveau der getroffenen Schutzmaßnahmen, Aktivierung des SNK, Ergebnis durchgeführter Funktionstests).
Das Muster-Installationsprotokoll der gematik ist eine Empfehlung für den Dokumentationsumfang, welcher bei Anbindung erfolgen sollte. Darüber hinaus gehende Informationen der Anbieter für VPN-Zugangsdienst, Kartenterminal- sowie Konnektorhersteller sollten beachtet werden.

TI und Datenschutz?

Über die Anbindung an die TI wird als erste Stufe der Versichertenstammdatenabgleich (VSDM) ermöglicht. Diesen müssen die Zahnärzte laut § 291 Abs. 2b SGB V verpflichtend vornehmen. Dieser Paragraf ist damit Legitimation für die Datenübermittlung der Zahnarztpraxis an die Krankenkassen. Darunter ist ein Datenabgleich zwischen Versichertem und der Krankenkasse zu verstehen. Die ärztliche Schweigepflicht ist hierbei nicht in Gefahr. Es wird lediglich überprüft, ob Name und Adresse des Versicherten noch stimmen. Ein Eingriff in die Behandlungsdaten der Praxis erfolgt dabei nicht.

Allerdings steht fest, dass es dabei nicht bleiben wird. Die nächsten politischen Ziele sind das elektronische Rezept, der digitale Arztbrief und die elektronische Patientenakte (ePA). Hier sind allerdings noch viele Fragen offen. Bereits jetzt ist im Gesetz vorgeschrieben, dass ein Zugriff auf Patientendaten nur mit vorherige Einwilligung des Patienten erfolgen darf.

Verantwortlichkeiten: gematik und Zahnarztpraxis

Verantwortlich für die Einführung, den Betrieb und die Weiterentwicklung der TI ist die gematik. Diese entwickelt die übergreifenden IT-Standards für den Aufbau und Betrieb einer bundesweiten Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur. Sie trägt dabei die Gesamtbetriebsverantwortung. Im künftigen Wirkbetrieb ist sie zudem Testzentrum und Zulassungsstelle für alle industriellen Produkte der TI.
Informationsblatt der gematik zu Datenschutz und Haftung in der Telematikinfrastruktur

Unabhängig von der TI-Anbindung entbindet dies die Zahnarztpraxis nicht generell eigenständige Schutzmaßnahmen (z.B. Firewall, Virenschutz) – wie auch bisher schon bei der Internetanbindung – zu ergreifen. Ebenso bleibt es Aufgabe der Praxis, den aktuellen Sicherheitsstatus durch den Software Servicepartner überprüfen zu lassen.
Lesen Sie dazu auch den Leitfaden von BZÄk und KZBV

Bestellung der Komponenten

Wo soll ich die Komponenten bestellen?

Wir empfehlen Ihnen, mit dem Anbieter Ihrer Abrechnungssoftware Kontakt aufzunehmen. Auf der Gematik-Website finden Sie eine Liste der zugelassenen Komponenten

Benötigt die KZVB die Bestellbestätigung für die bestellten Komponenten?

Zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Bitte bewahren Sie die Bestätigungen dennoch auf. Sollten wir derartige Unterlagen benötigen, werden wir Ihnen dies rechtzeitig mitteilen. Bitte beachten Sie: Die Bestellung des Praxisausweises (SMC-B) alleine reicht nicht aus.

Kann ich anstatt eines Basispakets auch ein mobiles Kartenterminal nutzen um Platz und Kosten zu sparen?

Nein. Mit einem mobilen Kartenterminal ist kein Onlineabgleich der Versichertendaten, der Versichertenstammdatenabgleich, möglich. Damit erfüllen Sie nicht alle gesetzlichen Voraussetzungen zur Anbindung an die TI i.S.d. § 291 Abs.2 b Satz 14 SGB V. Hier drohen Honorarkürzungen.

Praxisausweis zur Authentisierung

Die SMC-B (Security ModuleCard), auch elektronischer Praxisausweis genannt, ist für die Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte erforderlich. Sie dient zur Authentisierung der Praxis gegenüber der Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Häufig gestellt Fragen und den Login zum Antragsformular finden Sie auf der Seite SMC-B.

Heilberufeausweis / eHBA

Die zuständige Stelle für die Ausgabe des eHBA ist in Bayern die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK). Links und Infos zur Ausgabe, Finanzierung und den Anwendungen finden Sie auf unserer Seite eHBA

Offene Fragen?

Ihre Fragen zur Telematik-Infrastruktur senden Sie uns bitte per E-Mail an
telematik@kzvb.de

Veröffentlichungen:

„Die IT-Sicherheitsrichtlinie ist ein politisches Ablenkungsmanöver“

Dr. Manfred Kinner sieht den Datenschutz in den Praxen gewährleistet

Gesetzliche Grundlagen zur TI

Abschaffung des Stand-Alone-Szenarios

Ist der Seite 65 des Gesetzentwurfs des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) zu entnehmen (Stand: 23.09.2019). Die PDF-Datei des Gesetzentwurfs und weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums

Honorarkürzungen und Weiteres

§ 291 Abs.2 b Satz 14- 16 SGB V ist verpflichtend.

Mit flächendeckender Einführung der TI kann eine Praxis ohne Anbindung an die TI nicht mehr auf alle abrechnungsrelevanten Daten zugreifen. Auch besteht die Gefahr, dass mit verpflichtender Einführung der TI zum 30.6.2019 Praxissoftware ohne TI Anschluss nicht mehr zulässig ist. Die Entscheidung über die zur Abrechnung vertragszahnärztlicher Leistungen zulässigen Praxisverwaltungssysteme trifft die KZBV.

Verpflichtung zum Versichertenstammdatenabgleich
Beträge, die refinanziert werden / Pauschalenhöhen

Die konkrete Höhe der Erstattung ergibt sich aus der sogenannten Pauschalenvereinbarung, insbesondere, § 2 Pauschalenvereinbarung (Anlage 11 a zum BMV-Z) sowie den §§ 2,3 und 5 der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung zum BMV-Z (Anlage 11 zum BMV-Z) bzw. der Sondervereinbarung zum BMV-Z (Anlage 11d zum BMV-Z). https://www.kzbv.de/bundesmantelvertrag.1223.de.html

Weiterführende Informationen

Broschüre der Bundes-KZV: Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat ihre Broschüre Anbindung an die Telematikinfrastruktur – Informationen für Ihre Praxis im August 2020 aktualisiert. Sie beantwortet darin alle Fragen rund um die elektronische Gesundheitskarte und die Anbindung an die Telematik Infrastruktur.

Informationsmaterial der gematik zur TI-Anbindung

Die gematik informiert auf ihrer Website zur Anbindung der Praxen