Anwendungen. In der Telematik.

E-Rezept, Notfalldatenmanagement und Elektronischer Medikationsplan.

Zu den Pflichtanwendungen gehören insbesondere die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und das E-Rezept.

Das E-Rezept ermöglicht Ihnen eine elektronische Verordnung, die zum Beispiel mit einem Smartphone in jeder Apotheke eingelöst werden kann. Es wird ausschließlich digital erstellt und signiert. Der Zugang dazu kann über einen QR-Code digital oder per Ausdruck erfolgen. Die Rechtsgrundlage für das E-Rezept ist das Patientendatenschutzgesetz (PDSG).

Die geplante Einführung des E-Rezepts zum 1.1.2022 wurde abgesagt

Die gematik teilte per Pressemitteilung am 21.12.2021 eine Verlängerung der Testphase für das E-Rezept mit. Die Bundes-KZV begrüßt die späte Einsicht - lesen Sie hier die Pressemitteilung vom 21.12.2021 auf der Website der KZBV. Insbesondere heißt es in der Pressemitteilung der Bundes-KZV: "Einem Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) an die Gesellschafter der gematik zufolge wird die für den 1. Januar 2022 gesetzlich vorgegebene verpflichtende Einführung der elektronischen Arzneimittelverordnung (E-Rezept) abgesagt. Demnach sind die Ergebnisse bisheriger Tests unzureichend und die flächendeckende technische Verfügbarkeit der Telematik-Anwendung bislang nicht erreicht. Das E-Rezept soll zunächst weiter getestet werden, bevor es in der Versorgung flächendeckend umgesetzt wird."

Für die Arzneimittelverordnung können Sie ersatzweise das papiergebundene Ersatzverfahren nutzen (Muster 16). Diese Ausnahme für die Verordnung in elektronischer Form (§ 360 Abs. 2 SGB V) ist für die Fälle vorgesehen, in denen die Nutzung des E-Rezepts nicht möglich ist, z.B. aufgrund von Störungen der TI.

Damit Ihr Praxisverwaltungssystem das E-Rezept anbieten kann, ist eine Anpassung erforderlich. Wenn Sie zeitnah das PVS-Update und ggf. noch fehlende Komponenten bestellen können Sie ggf. darlegen, dass Sie Ihrer Verpflichtung nachgekommen sind. Weitere Anforderungen für die Praxis sind eine TI-Anbindung mit einem PTV4-fähigen Konnektor, ein TI-Kartenlesegerät und ein eHBA. Unten sehen Sie tabellarisch die technischen Voraussetzungen.

Weitere Infos und den E-Rezept-Leitfaden zur Einführung finden Sie auf der Website der Bundes-KZV: www.kzbv.de/elektronisches-rezept.1392.de.html 

Technische Voraussetzungen für das E-Rezept
Technische Voraussetzungen für das E-RezeptVerfügbarkeit
  
Update des Praxisverwaltungssystems (PVS)
Erforderlich für das Ausstellen und Signieren des E-Rezepts
abhängig vom
PVS-Hersteller
Update des Konnektors (PTV4+)
Erforderlich für die Nutzung der Komfortsignatur
verfügbar
Elektronischer Zahnarztausweis
Erforderlich für das Signieren des E-Rezepts
Hinweis: Für die Nutzung der Komfort- und Stapelsignatur wird mind. ein HBA der Generation 2.0 benötigt
verfügbar
Drucker mit einer Mindestauflösung von 300 dpi
Erforderlich für die Erstellung des Patientenausdrucks (Tokenausdruck)
Hinweise:
1. Für den Ausdruck kann handelsübliches Druckpapier in den Formaten A4/A5 verwendet werden
2. Je nach Verordnungsaufkommen können Lasser- und Tintenstrahldrucker wirtschaftlicher sein
verfügbar

 

Anwendungsbereiche für das E-Rezept
Anwendungsbereiche für das
E-Rezept
UmsetzungErsatzverfahren
   
Apothekenpflichtige Arzneimittel zulasten der GKV
Für Fertigarzneimittel, Freitextverordnungen, Rezepturen, Wirkstoffverordnungen
1.1.2022 (verpflichtend)Papierrezept (rosa Rezept)
bei technischen Problemen im Einzelfall
Apothekenpflichtige Arzneimittel für GKV-Selbstzahler
Für verschriebene Arzneimittel, die nicht im GKV-Leistungsumfang enthalten sind
1.1.2022
(optional)
Privatrezept (blaues Rezept)
Weitere Rezepttypen und
PKV-Versicherte

Mehrfachverordnungen, Sprechstundenbedarf, BtM-Rezepte, Hilfsmittel, Grünes Rezept, u. a.
in Folgestufenabhängig vom Rezepttyp

 

Notfalldatenmanagement

NFDM und PE: Notfalldatenmanagement und persönliche Erklärung

Die Anwendungen Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) wurden weitestgehend eingeführt. Voraussetzung ist das Upgrade des VSDM-Konnektors zum sogenannten eHealth-Konnektor (PTV3) sowie ein entsprechendes Modul in Ihrem Praxisverwaltungsprogramm.
Weitere Infos auf der Website der Bundes-KZV: https://www.kzbv.de/notfalldatenmanagement.1391.de.html

Elektronischer Medikationsplan

eMP - Elektronischer Medikationsplan

Der elektronische Medikationsplan, kurz eMP, stellt Ihnen und allen an der Medikation von gesetzlich Krankenversicherten Beteiligten bei der ambulanten oder stationären Versorgung Daten zur Verfügung, die für die Arzneimitteltherapie-Sicherheit relevant sind. Der eMP-Datensatz umfasst persönliche Versichertenangaben, Medikationsdaten und weitere medikationsrelevante Informationen sowie Kommentarfelder zum interdisziplinären Informationsaustausch der beteiligten Heilberufsangehörigen.
Weitere Infos auf der Website der Bundes-KZV: https://www.kzbv.de/elektronischer-medikationsplan.1356.de.html