Presseinformation der KZVB vom 10.07.2007

 

Verantwortung für Patienten

Vertreterversammlung der KZVB fasst diverse Beschlüsse
zum Erhalt des zahnmedizinischen Versorgungsniveaus


München – „In einer Resolution appellierte die Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) am Wochenende an die politischen Entscheidungsträger, „ein pluralistisches Gesundheitswesen mit freiberuflichen Strukturen für die Zahnärzte und freier Arztwahl für die Patienten zu erhalten“.


In einem weiteren Leitantrag erteilte die Versammlung dem Basistarif in der privaten Krankenversicherung einstimmig eine Absage. Mit dem Tarif drohe die Erosion der privaten Vollversicherung. „Damit wären allerdings auch Ressourcen, aus denen sich die wissenschaftliche Zahnheilkunde stets weiterentwickeln konnte – und folgend neue Heilmethoden deren Eingang in die gesetzliche Krankenversicherung fanden – weitgehend zerstört“, heißt es in der Begründung.


Darüber hinaus beauftragten die Delegierten den Vorstand der KZVB, mit aller Kraft darauf hinzuwirken, dass der Gesundheitsfonds nicht umgesetzt wird. Sie prognostizierten, gerade aus Bayern würden erhebliche Mittel in den Fonds einfließen. Dies könne die Versorgung im Freistaat sehr empfindlich beeinflussen.

Rote Karte für die Gesundheitskarte

Breiten Raum nahm die Diskussion rund um die Persönlichkeits- und Selbstbestimmungsrechte der Patienten ein.

Zur Speicherung der Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte erklärte der KZVB-Vorstandsvorsitzende Dr. Janusz Rat: „Der Notarzt wird den Teufel tun, erst die Karte zu suchen. Er kann sich nicht auf die Daten verlassen.“

Die Delegierten forderten den Gesetzgeber per Beschluss auf, die Zielsetzungen der Karte mit Blick auf Patienten und Ärzte neu zu definieren. In der Begründung hoben sie hervor, dass „die Patienten mit Hilfe des elektronischen Rezeptes in Risikoklassen eingeteilt werden können, die ihnen vermutlich ein ganzes Leben lang anhaften“.
Das Projekt beschädige das Arzt-Patienten-Verhältnis, ermögliche Daten-Missbrauch durch Dritte, habe keinen belegbaren medizinischen Nutzen und behindere die Praxisabläufe.


Dezidiert sprach sich die Versammlung gegen eine Mitwirkung der bayerischen Zahnärzte an Testverfahren zur elektronischen Gesundheitskarte aus.

Für Rückfragen:

Julika Sandt, Leiterin der Pressestelle
Tel.: (089) 72401-184

zurück zur Übersicht