Gesundheitsfonds: 22 Prozent weniger Geld für zahnmedizinische Versorgung in Bayern?

Zahnärzte warnen vor fatalen Folgen für Patienten

Die Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) hat sich am vergangenen Wochenende gegen den Gesundheitsfonds ausgesprochen und vor den möglichen Folgen für die Versorgung bayerischer Patienten gewarnt.

An die neue bayerische Staatsregierung appellierte die Vertreterversammlung in einem einstimmig verabschiedeten Beschluss, „geeignete Schritte zu unternehmen, um die sich abzeichnenden Folgen dieser fatalen Fehlentscheidung zu korrigieren“. Dr. Janusz Rat, Vorsitzender der KZVB, erklärte: „Nach Berechnungen der KZVB kann der Abfluss von Beitragsmitteln aus Bayern je nach Ausgestaltung katastrophale Ausmaße annehmen. Wir müssen damit rechnen, dass aus der bayerischen Gesundheitsversorgung rund 1,5 Milliarden Euro abfließen. In Folge dürfte das Finanzvolumen allein für die zahnärztliche Versorgung unserer Patienten in Bayern um 22 Prozent zurückgehen. Dieser Aderlass auf Kosten der sozialversicherten Bürgerinnen und Bürger in Bayern ist unverantwortlich.“

Bedroht sehen die Delegierten auch das individuelle Arztgeheimnis: Geschlossen stimmten sie für einen Antrag, wonach die Vertreterversammlung alle zahnärztlichen Körperschaften und Verbände auffordert, die Bevölkerung über die Gefahren und Missbrauchsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte aufzuklären.

Positiv bewertete die Vertreterversammlung die Zweitmeinungsstellen der KZVB in München und Nürnberg, in denen sich gesetzlich krankenversicherte Patienten kostenlos zum geplanten Zahnersatz beraten lassen können. Die Versammlung forderte den Vorstand der KZVB auf, die Beziehungen zu den Verbraucher- und Patientenverbänden weiter auszubauen.

Julika Sandt
Pressesprecherin
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72 401-184
E-Mail: mailto:j.sandt(at)kzvb.de

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