Engpass bei Krankenkassen-Budgets

Engpass bei Krankenkassen-Budgets  - Zahnärzte warnen vor Gesundheitsfonds

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) hat ihre Mitglieder, die rund 8600 bayerischen Vertragszahnärzte, darüber informiert, dass sich bei einzelnen Krankenkassen zum Jahresende Budgetüberschreitungen abzeichnen. Deshalb mussten für Dezember sogenannte Puffertage festgelegt werden. Das bedeutet: Wenn ein Zahnarzt einen Versicherten dieser Krankenkassen behandelt, bekommt er möglicherweise nicht das volle Honorar.

Garantiert ist lediglich ein Drittel des Punktwertes. Die Puffertage gelten jedoch nur für sogenannte konservierend-chirurgische Leistungen, das sind zum Beispiel Füllungen und Wurzelbehandlungen. Nicht betroffen sind Frühuntersuchungen bei Kindern, Kieferorthopädie, Parodontose-Behandlungen und Zahnersatz, also beispielsweise Kronen, Brücken, Prothesen und Implantate. Schmerzpatienten werden immer behandelt.

Grundsätzlich sind Vertragszahnärzte – also Zahnärzte mit Kassenzulassung – zur Behandlung verpflichtet. Allerdings müssen sie die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Kriterien – ausreichend, zweckmäßig, notwendig, wirtschaftlich – an den Puffertagen besonders genau beachten. Das kann bedeuten, dass aufschiebbare Behandlungen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Damit die Notfallversorgung der Patienten uneingeschränkt sichergestellt ist, garantiert die KZVB an Wochenenden und Feiertagen den vollen Punktwert.

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender der KZVB, bedauert, dass er den Zahnärzten im Dezember zum Teil nicht den vollen Punktwert für ihre Leistungen garantieren kann: „Wir können niemandem Geld auszahlen, das wir von den Krankenkassen nicht bekommen und mussten deshalb eine Lösung finden, die für die Zahnärzte und ihre Patienten möglichst verträglich ist.“

Allerdings befürchtet Rat, dass das in Zukunft kaum mehr möglich sein wird: „Das Budget wird knapper, weil immer mehr Patienten zu Billigkassen mit niedrigen Pro-Kopf-Budgetbeträgen wechseln und weil durch den geplanten Gesundheitsfonds Geld aus Bayern abfließen wird.“ Nach Berechnungen der KZVB könnte das Finanzvolumen allein für die zahnärztliche Versorgung in Bayern durch den Gesundheitsfonds um bis zu 22 Prozent zurückgehen. „Dieser Aderlass auf Kosten unserer Patienten wird nicht zu verkraften sein“, warnt Rat vor dem Fonds.

Julika Sandt
Pressesprecherin
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72 401-184
E-Mail: mailto:j.sandt(at)kzvb.de

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