Schutz vor Datendieben

Bayerns Zahnärzte gegen Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte

München, 14. November 2008 - Die bayerischen Zahnärzte sprechen sich gegen die geplante Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) aus. „Damit die Daten unserer Patienten nicht in fremde Hände gelangen, schützen wir unsere Praxiscomputer mit aller Macht vor Datenklau“, betonte Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), heute in München. „Sobald die Praxiscomputer an das Internet angeschlossen sind, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor Zugriff von außen.“ Aus diesem Grund haben die meisten Zahnärzte die Patientendaten nicht auf dem Computer gespeichert, der Zugang zum Internet hat. „An dieser Maßnahme zur Datensicherheit müssen wir unbedingt festhalten“, riet Rat seinen Kollegen.

Doch nun droht Gefahr für die Patientendaten durch das vom Bundestag beschlossene BKA-Gesetz und den Plänen der Betreibergesellschaft der eGK (Gematik), die eGK an das Internet anzuschließen: „Das BKA-Gesetz erlaubt es dem Bundeskriminalamt, Praxiscomputer mit Patientendaten auszuforschen“, kritisierte Rat.

Unterstützt wird Rat von der Vertreterversammlung der KZVB. Sie erklärte heute in München in einem einstimmig beschlossenen Antrag, das Zusammenwirken von Online-Anbindung der eGK und BKA-Gesetz „würde jeden Zahnarzt dazu nötigen, seinen Praxiscomputer dauerhaft online zu schalten, womit der externe heimliche Zugriff auf die Praxisrechner und damit auf Patientendaten ermöglicht würde“. Dies „gefährdet massiv die ärztliche Schweigepflicht“. Die Vertreterversammlung forderte deshalb die Gematik auf, eine Online-Anbindung der eGK nicht weiter zu verfolgen.

 

 

Für Rückfragen:

Tobias Horner
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-214
E-Mail: presse(at)kzvb.de

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