Das Geld für Füllungen wird knapp

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstandes der KZVB

AOK Bayern lässt Verhandlungen mit den Zahnärzten platzen

Versicherte der AOK Bayern müssen mit Einschränkungen bei der zahnärztlichen Versorgung rechnen. Da die Vergütungsverhandlungen zwischen der AOK Bayern und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) gescheitert sind, wird nun das Geld für zahnerhaltende Maßnahmen wie Füllungen oder Wurzelbehandlungen knapp. „Natürlich werden notwendige Behandlungen trotzdem durchgeführt. Kein Schmerzpatient wird nach Hause geschickt, versichert Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB.

Darauf hat die KZVB ihre Mitglieder auch in einem Rundschreiben hingewiesen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die ein oder andere verschiebbare Behandlung nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt werde. „Es ist schließlich keinem Zahnarzt zuzumuten, defizitär zu arbeiten“, betont Rat.
Das Budget, das die AOK Bayern 2010 für zahnerhaltende Maßnahmen zur Verfügung gestellt hat, ist bereits jetzt nahezu aufgebraucht. Dennoch hatte sich die Kasse strikt geweigert, für das laufende Jahr weitere Mittel bereitzustellen.

Die KZVB appelliert deshalb nun an die rund 8600 bayerischen Vertragszahnärzte, „das Wirtschaftlichkeitsgebot besonders stringent anzuwenden“. Dies bedeutet, dass der sonst vorhandene Beurteilungsspielraum, ob eine Behandlung „ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich und notwendig“ ist oder nicht, bis zum Jahresende entfällt. Betroffen sind auch die Versicherten der vergleichsweise kleinen Knappschaft und der IKK Wohnortkassen. Bei den Ersatzkassen, wie der Techniker Krankenkasse, der DAK und der Barmer GEK, sowie den Betriebskrankenkassen reichen die Mittel dagegen aus.

„Dies beweist, dass nur die AOK, die Knappschaft und die IKK Wohnortkassen ihre Budgets für zahnerhaltenden Maßnahmen zu gering bemessen haben. Im Interesse ihrer Versicherten müssen sie mehr Geld bereitstellen“, fordert Rat. Nach Berechnung der KZVB hat die AOK Bayern im Bereich Zahnerhaltung im laufenden Jahr eine Unterdeckung von über 30 Millionen Euro. „Es kann nicht sein, dass Zahnärzte und Patienten die Leidtragenden der kommerziellen Interessen der AOK Bayern sind“, so Rat. Besonders kritisiert Rat, dass die AOK zumindest im zahnärztlichen Bereich seit geraumer Zeit auch verstärkt die Schwächeren benachteiligt: Kinder, Pflegebedürftige und Härtefälle wie Geringverdiener.

Der KZVB-Vorsitzende erhebt Angesichts dieser Entwicklungen erneut die Forderung an die Politik nach einer sofortigen Abschaffung der Budgetierung, die es nur noch im zahnärztlichen Bereich gibt: „Sie können doch auch nicht der Feuerwehr das Löschwasser begrenzen.“


Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
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