Schwarzer Tag für Patienten

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstandes der KZVB

Dr. Janusz Rat kritisiert Urteil des BGH zu Zahnersatzauktionsportalen


 „Der 1. Dezember ist ein schwarzer Tag für die Patienten“, mit diesen Worten kommentiert KZVB-Chef Dr. Janusz Rat das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Zahnersatz-Auktionsportalen im Internet. Rat hatte zusammen mit seinem Kollegen Dr. Martin Reißig gegen das Internetportal www.2te-zahnarztmeinung.de geklagt, auf dem Patienten den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes „versteigern“ können. Zahnärzte können sich auf diesem Portal gegenseitig bei den Preisen für eine Behandlung unterbieten und so um Patienten werben.

„Das ist ein grundfalsches Signal. Der BGH lässt zu, dass medizinische Behandlungen nach dem e-bay-Prinzip versteigert werden. Doch Patienten und zahnärztliche Behandlungen sind keine Handelsware, auf die man im Internet ein Gebot abgibt“, betont Rat.

Außerdem lasse der BGH mit seinem Urteil zu, dass aus dem unterfinanzierten deutschen Gesundheitssystem Geld in Form von Provisionen an die Betreiber derartiger Auktionsportale abfließe. „2te-Zahnarztmeinung.de ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das sein Geschäft auf dem Rücken von Zahnärzten und Patienten macht. Die Umsätze, die dort erzielt werden, fehlen bei der Patientenversorgung“, kritisiert Rat.

Für äußerst bedenklich hält es Rat auch, dass Zahnärzte auf dem Auktionsportal Preise für eine Behandlung machen, ohne vorher einen Blick in den Mund des Patienten geworfen zu haben. „Ein  Therapievorschlag ohne vorherige gründliche Untersuchung und Diagnose ist mit der Ethik des Zahnarztberufes nicht vereinbar“.
All diese Aspekte habe der BGH leider nicht ausreichend gewürdigt.

Rat fügt hinzu: „Selbstverständlich respektieren wir das Informationsbedürfnis der Patienten vor einer Zahnersatzbehandlung. Deshalb gibt es bei der KZVB seit Langem die Möglichkeit, eine zweite Meinung einzuholen. Im Gegensatz zu 2te-zahnarztmeinung.de ist unser Angebot kostenlos. Unsere Zahnärzte schauen sich auch den Gebisszustand der Patienten an, ehe sie eine Meinung abgeben.“

Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: presse(at)kzvb.de

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