Bayerns Zahnärzte nehmen Behandlungspflicht ernst

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstandes der KZVB

KZVB-Chef Rat weist Aussagen des Bundesversicherungsamts zurück

Als völlig unbegründet und in der Sache falsch hat die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) die jüngsten Aussagen des Präsidenten des Bundesversicherungsamts (BVA), Dr. Maximilian Gaßner, zurückgewiesen. Wie die Süddeutsche Zeitung (Montagsausgabe) berichtete, hatte der BVA-Chef in einem Brief an den bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder angekündigt, gegen Zahnärzte vorzugehen, die ihren Patienten aus finanziellen Gründen erforderliche Behandlungen verweigerten.

Dazu der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat: „Solche Äußerungen sind unseriös. Ich würde gerne wissen, wer das dem BVA-Leiter eingeflüstert hat. Ich hätte schon erwartet, dass er sich vor einer solchen Äußerung sachkundig macht – wir hätten ihn gerne vorab informiert. Minister Söder hat inzwischen angekündigt, Dr. Gaßner über die wahren Verhältnisse in Bayern aufzuklären, die keinen Grund zu Beanstandungen ergeben. Die KZVB wendet die mit den Krankenkassen vereinbarten Honorarverteilungsregelungen rechtskonform an. Außerdem hat die KZVB wiederholt darauf hingewiesen, dass die bayerischen Zahnärzte ihrer Behandlungspflicht nachkommen. Kein Patient wird mit Schmerzen nach Hause geschickt. Der Budget-Engpass der AOK Bayern wird nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen.“ Rat betonte erneut, dass jeder Patient seinen Stempel in das Bonusheft bekomme, wenn er zur Vorsorgeuntersuchung in der Praxis erscheint.

„Die Verschiebung einer Behandlung in das nächste Jahr ist keine Lösung“, so Rat weiter. Damit würde das Budgetproblem nur verlagert. Rat appellierte deshalb an die Bundesregierung, das planwirtschaftliche Instrument der Budgetierung endlich abzuschaffen, wie es  im Koalitionsvertrag versprochen wurde. Das sei die einzig vernünftige und dauerhafte Lösung.

Rat wies auch die Unterstellung Gaßners zurück,  die KZVB würde die Versicherten auffordern, zu einer Kasse ohne Puffertage zu wechseln. „Das ist schlicht falsch“, betonte Rat. „Das hat die KZVB zu keinem Zeitpunkt gemacht.“ Darauf hinzuweisen, dass die AOK Bayern die einzige große Kasse ist, mit der es in diesem Jahr Probleme gibt, ist allerdings unser gutes Recht.“ Bei allen Betriebskrankenkassen, allen Ersatzkassen (BARMER GEK, TK, DAK, KKH-Allianz, HEK, hkk), der Vereinigten IKK sowie der LKK sei alles im grünen Bereich.

Das Geld reicht bei der AOK Bayern deshalb nicht, weil die Kasse pro Mitglied lediglich 158 Euro für die zahnmedizinische Versorgung ausgibt. Das sind 18 Prozent weniger als die anderen bayerischen Kassen im Schnitt. In den vergangenen Jahren hat die AOK Bayern diese Lücke mit zusätzlichen Mitteln verkleinert. Dazu war sie in diesem Jahr – im Gegensatz zu vielen anderen AOKen im Bundesgebiet – nicht  bereit. „Damit kommt die AOK Bayern dem erhöhten Anspruchsdenken ihrer Versicherten nicht nach, was wir nur bedauern können“, so Rat.

Für Rückfragen:

Tobias Horner
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-214
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