KZVB gegen Verhandlungsmandat für PKV-Verband

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB

Zahnärzte warnen vor Angleichung von gesetzlicher und
privater Versicherung

Die Forderung des PKV-Verbandes an die Politik nach einem gesetzlichen Verhandlungsmandat für die Privaten Krankenversicherungen stößt auf massive Ablehnung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB). KZVB-Chef Dr. Janusz Rat sieht darin eine schleichende Annäherung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

„Die privaten Krankenversicherer sehen ihr Geschäftsmodell aufgrund steigender Kosten und einer älter werdenden Gesellschaft bedroht. Das ist der wahre Grund für die Forderung nach einem eigenen Verhandlungsmandat“, so Rat.

Das Argument von PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach, er wolle die Qualität und den Service für die Privatversicherten verbessern,  hält Rat für vorgeschoben. „Herr Leienbach weiß genau, dass Qualität ihren Preis hat. Wenn er seinen Kunden mehr Leistungen anbieten will als die gesetzlichen Kassen, muss er auch bereit sein, dafür mehr Geld auszugeben“.

Rat kritisierte in diesem Zusammenhang den jahrelangen Widerstand des PKV-Verbandes gegen eine inflationsausgleichende Erhöhung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). „Mittlerweile bekommen die Zahnärzte für einige Behandlungen mehr Honorar von den gesetzlichen Kassen als von den privaten“, so Rat.

Eine privatzahnärztliche Behandlung basiere auf einem direkten Vertragsverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt. „Da hat sich die Private Krankenversicherung nicht nach dem Muster der gesetzlichen Krankenkassen einzumischen. Ihre Aufgabe ist es, ihren Kunden einen umfassenden Versicherungsschutz zu bieten und die Versicherten im Schadensfall nicht im Regen stehen zu lassen. Nur wenn zusätzliches Geld bereitgestellt wird, können wir den Patienten eine höherwertige Versorgung nach höchstem Standard anbieten“. Diese Er-kenntnis müsse sich auch beim PKV-Verband durchsetzen. Ein eigenes Verhandlungsmandat des PKV-Verbandes bringe den Versicherten rein gar nichts.


Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
Tel.: 089 72401-214
E-Mail: presse(at)kzvb.de

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