Bundesrechnungshof kritisiert Krankenkassen

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstandes der KZVB

285 Millionen für Aqua-Cycling, mediterranes Kochen und Yogakurse

„Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Etliche Krankenkassen stecken zu viel Geld in fragwürdige Wellnessangebote zu Lasten ihrer Pflichtaufgaben“, kommentiert Dr. Janusz Rat, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns  (KZVB) den Jahresbericht des Bundesrechnungshofes 2010.

Die Kontrolleure hatten beanstandet, dass die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2008 rund 285 Millionen Euro für Präventionskurse ausgegeben haben. Dazu zählen beispielsweise Aqua-Cycling, Yoga oder mediterranes Kochen. Für die KZVB ist das blanker Hohn, solange gleichzeitig zahnerhaltende Maßnahmen budgetiert sind. Weil die Budgets weitgehend aufgebraucht sind, bekommen die bayerischen Zahnärzte seit 11. Oktober von AOK, Knappschaft und IKK Wohnortkassen nur noch reduzierte Honorare. „Karies und Zahnstein sind diesen Kassen offensichtlich weniger wert als das seelische Wohlbefinden ihrer Patienten“, kritisiert Rat.

So bezuschusst auch die AOK Bayern Kochkurse, Fitness-Studios und Nordic-Walking-Parcours. „Wir haben als Zahnärzte nichts gegen Prävention, aber sie darf nicht zu Lasten des medizinisch Notwendigen gehen. Erst die Pflicht, dann die Kür“, betont Rat. Der Bundesrechnungshof hat auch Zweifel an der Qualität der Präventionskurse angemeldet. So müssten die Leiter keine besondere Qualifikation nachweisen. „Vielleicht sollten ja auch die bayerischen Zahnärzte in das Geschäft mit den Präventionskursen einsteigen.

Einen Kurs über zahngesunde Ernährung kann jeder Zahnarzt abhalten. Dafür bekäme er dann im Gegensatz zu einer Weisheitszahn-OP wenigstens sein volles Honorar“, so Rat.

Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: presse(at)kzvb.de

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