"Schlimmer als bei Ulla Schmidt"

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB

Zahnärzte kritisieren gesundheitspolitische Beschlüsse

Eine Nullrunde für die Zahnärzte trotz steigender Zusatzbeiträge  – für die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) ist das die gesundheitspolitische Bankrotterklärung der schwarz-gelben Koalition. „Alle unsere Erwartungen wurden enttäuscht. Keines der Versprechen im Koalitionsvertrag hat Schwarz-Gelb gehalten“, kritisiert KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Die Zahnärzte haben seit 1993 unter der Budgetierung ihrer Vergütungen zu leiden. Das bedeutet, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die Zahnmedizin nicht stärker steigen dürfen als die Grundlohnsumme. Dadurch wird die Inflationsrate bei weitem nicht ausgeglichen. Der Realwert der zahnärztlichen Vergütungen ist deshalb in den vergangenen 17 Jahren erheblich gesunken.
Hinzu kommt: Ist das Budget einer Kasse aufgebraucht, müssen die Zahnärzte auf bis zu zwei Drittel des ihnen zustehenden Honorars verzichten. „Bei der vertragszahnärztlichen Versorgung hat sich die Ausgabensteuerung über die Anbindung an die Grundlohnsummensteigerung überholt“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Acht Monate später wollen die Koalitionäre davon nichts mehr wissen. „Für uns Zahnärzte kommt es jetzt sogar noch schlimmer als zu Zeiten von Ulla Schmidt“, kritisiert Rat. Die Nullrunde werde zu spürbaren Verschlechterungen bei der Patientenversorgung führen. „Statt Erfolge bei Prävention und Prophylaxe, die sich auch international mehr als sehen lassen können, zu honorieren, straft uns Schwarz-Gelb mit einer Nullrunde ab. Das wird sowohl bei den Zahnärzten als auch bei den Patienten zu großem Frust führen“, so Rat. „Was ist aus den liberalen Versprechungen von mehr Markt, weniger Staat und mehr Freiberuflichkeit im Gesundheitswesen geworden“, fragt der KZVB-Chef.


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Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
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