Zahnärzte fordern ein Ende der Budgetierung

KZVB-Vertreterversammlung stellt sich hinter den Vorstand

Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) fordert die umgehende Abschaffung der Budgetierung zahnärztlicher Leis-tungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nur so lassen sich nach Auffassung der Delegierten Puffertage, wie sie derzeit wieder für einige Krankenkassen gelten, in Zukunft vermeiden. Außerdem fordert die VV die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel für die Versorgung der Versicherten durch die Krankenkassen.

Damit stellt sich das Zahnärzte-Parlament, das am 19. und 20. November in München tagte, im aktuellen Konflikt zwischen der KZVB und einigen Krankenkassen klar hinter den KZVB-Vorstand. „Es ist geradezu schändlich und den Vertragszahnärzten nicht zumutbar, wenn einzelne Krankenkassen notwendige Leistungen regelrecht unterfinanzieren und gleichzeitig öffentlich Druck gegen die bayerische Zahnärzteschaft aufbauen“, heißt es in dem einstimmig verabschiedeten Antrag. Die bayerischen Zahnärzte hätten durch ihre Erfolge bei Prävention und Prophylaxe den Krankenkassen viel Geld gespart.

Besonders scharf attackierten die Delegierten die AOK Bayern. Sie versuche, durch ihren Sparkurs gegenüber den Zahnärzten Zusatzbeiträge zu vermeiden und sich so einen Wett-bewerbsvorteil zu verschaffen. Die finanzielle Unterdeckung bei der AOK von 30 Millionen Euro bedeute rein rechnerisch, dass die bayerischen Zahnärzte 190.000 Patienten ein Jahr lang umsonst behandeln müssten.

Beseitigt werden müsse außerdem der degressive Punktwert. Bislang müssen umsatzstarke Praxen nämlich mit Honorarkürzungen rechnen, wenn sie eine bestimmte Leistungsmenge überschreiten. Vor allem auf dem Land, wo es oft nur einen Zahnarzt am Ort gibt, kann dieses Steuerungsinstrument aus Sicht der VV zu einer Unterversorgung führen.

Gesetzlich versicherten Patienten soll der Weg in die Kostenerstattung erleichtert werden. Der Verwaltungskostenbeitrag von fünf Prozent mache die Kostenerstattung unattraktiv.

Auf Ablehnung stießen bei der VV auch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sowie die Verankerung des Basistarifs für Privatversicherte im Sozialgesetzbuch. „Dieses Experiment muss dringend beendet werden“, heißt es im Antrag zum Basistarif.

Von der schwarz-gelben Bundesregierung erwarten die bayerischen Vertragszahnärzte eine Anpassung der seit 1988 geltenden Gebührenordnung für Zahnärzte an den Stand der Wissenschaft sowie an die Kostenentwicklung.

Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: presse(at)kzvb.de

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