"Seehofer rennt offene Türen ein"

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB

Zahnärzte begrüßen Vorstoß zur Kostenerstattung – Gute Erfahrungen

Die bayerischen Zahnärzte begrüßen den Vorstoß von CSU-Chef Horst Seehofer für eine Ausweitung des Prinzips der Kostenerstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Seehofer hatte vorgeschlagen, dass gesetzlich-versicherte Patienten künftig bei jedem Arzt- oder Zahnarztbesuch eine Rechnung erhalten, die sie dann direkt bezahlen. Das Geld bekämen sie  - wie über acht Millionen Privatpatienten - dann von ihrer Krankenkasse erstattet, bevor sie die Rechnung begleichen müssten.

„Mit diesem Vorschlag rennt Seehofer bei uns offene Türen ein. Warum sollte man Kassenpatienten vorenthalten, was bei Privatpatienten seit Jahrzehnten reibungslos funktioniert? In einem wichtigen Bereich der Zahnmedizin, der Zahnersatzbehandlung, gab es  die Kostenerstattung bereits. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, so KZVB-Chef Dr. Janusz Rat. Sie sei damals nur von Anfang an von den Krankenkassen massiv bekämpft worden. Die Kassen würden befürchten, dass ihre Macht über die Zuteilung der Gesundheitsversorgung beschnitten wird. Gleichzeitig werde öffentlich, wie niedrig die ärztlichen und zahnärztlichen Honorare, die die Kassen zahlen, tatsächlich sind. „Ich kann nur hoffen, dass man zwischenzeitlich auf Seiten der Kassen dazu gelernt hat und den Vorschlag Seehofers unvoreingenommen diskutiert, betont Rat.

Es sei richtig und wichtig, das Bewusstsein der Patienten für die Kosten einer Behandlung zu schärfen. Dies sorge automatisch für einen verantwortungsvolleren Umfang mit GKV-Leistungen. „Das derzeitige Sachleistungsprinzip entmündigt dagegen die Patienten und führt  zu einer Flatrate-Mentalität, da die Patienten keinerlei Vorstellung davon haben, welche Kosten ihre Behandlung tatsächlich verursacht“, betont Rat. Es gäbe keinen besseren Kontrolleur über die Ausgaben im Gesundheitswesen, als den Patienten selbst. Grundvoraussetzung für die Kostenerstattung sei aber eine transparente Gebührenordnung in Euro und Cent.


Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
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