„Ude gefährdet die Versorgungssicherheit“

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB

KZVB warnt vor Diskussion um Gewerbesteuer

Fatale Folgen für die Patientenversorgung in Bayern befürchtet die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) durch die Diskussion um eine Ausweitung der Gewerbesteuer auf Freiberufler, zu denen auch die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte gehören.

„Angesichts eines sich bereits jetzt abzeichnenden Ärztemangels in ländlichen Regionen, ist dieser Vorschlag das grundfalsche Signal zur falschen Zeit“, so KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Es sei bezeichnend, dass mit Christian Ude ausgerechnet der Oberbürgermeister der größten Metropole Bayerns diesen Vorschlag in die Diskussion gebracht habe. Niemand sei weiter weg von der Realität in Nord- oder Ostbayern als der Münchner Oberbürgermeister. Während München nach wie vor mehr als ausreichend mit niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten versorgt sei, müssten die Menschen in vielen Gegenden Bayerns bereits heute weite Wege zur nächsten Praxis auf sich nehmen. „Ude gefährdet mit seinem Vorschlag die Versorgungssicherheit. Er muss begreifen, dass die Heilkunst kein Gewerbe ist. Wir sind auch nicht dafür da, die kommunalen Haushalte zu sanieren“, so Rat.

Die Gründung oder Übernahme einer Praxis sei ein enormes wirtschaftliches Risiko, das viele Ärzte und Zahnärzte schon heute nicht mehr eingehen wollten. „Wenn junge Mediziner auch noch Gewerbesteuer zahlen müssen, wird die Bereitschaft zur Niederlassung weiter zurückgehen“, warnt Rat.

Statt Ärzte und Zahnärzte zur Kasse zu bitten, müssten ihre Leistungen endlich wieder angemessen honoriert werden. Nur so lasse sich der Versorgungsauftrag sicherstellen. Rat erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass zahnärztliche Behandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung nach wie vor budgetiert sind. Wenn das Geld aufgebraucht sei, sinke das Honorar um bis zu zwei Drittel. Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin habe zwar ein Ende dieses planwirtschaftlichen Steuerungsinstruments in Aussicht gestellt, bislang aber nicht gehandelt.

 


Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
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