Zahnärzte sind keine Kostentreiber

Prävention und Prophylaxe entlasten die Krankenkassen

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhöhten sich die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 278,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im gleichen Zeitraum sogar um 6,2 Prozent gestiegen.

„Für diesen Kostenanstieg sind eindeutig nicht die Zahnärzte verantwortlich“, betont Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB). Die Ausgaben der Kassen für zahnärztliche Behandlungen steigen Rat zufolge seit Jahren deutlich langsamer als in anderen Bereichen des Gesundheitswesens.

So hätten sich im Jahr 2010 die Gesamtausgaben der Krankenkassen um 3,1 Prozent erhöht. Die Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen seien dagegen nur um 2,2 Prozent gestiegen. Die Verwaltungskosten der Krankenkassen seien um satte 5,8 Prozent nach oben gegangen.

„Trotz eines steigenden Behandlungsbedarfs in einer älter werdenden Gesellschaft sorgen wir Zahnärzte dafür, dass die Ausgaben der Krankenkassen für unsere Leistungen nicht explodieren“, betont Rat.

Dies sei auch auf die Erfolge bei Prävention und Prophylaxe zurückzuführen. Speziell in Bayern seien die Ausgaben für Zahnersatz um ein Drittel niedriger als im Bundesdurchschnitt.

In diesem Zusammenhang kritisiert Rat, dass zahnerhaltende Maßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung noch immer budgetiert sind, Zahnersatz dagegen nicht.  „Wann erkennt endlich einmal ein Gesundheitsminister, dass die  Budgetierung im Bereich der Zahnerhaltung sowohl die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verschlechtert als auch die Kosten der GKV in die Höhe treibt“, fragt Rat.

Die Ausgaben für zahnerhaltende Maßnahmen dürfen seit 1993 nicht stärker steigen als die sogenannte Grundlohnsumme. „Die allgemeinen Kostensteigerungen sind aber deutlich höher. Außerdem lässt sich die Karieshäufigkeit nicht per Rechtsverordnung steuern“, so der KZVB-Chef.

Rat appelliert an den Gesetzgeber, die vertragszahnärztliche Vergütung endlich neu zu regeln, wie es auch in der Koalitionsvereinbarung beschlossen wurde. Sonst lasse sich das hohe Niveau der Zahnmedizin in Deutschland nicht auf Dauer sicherstellen.

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Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
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