„Elementar für eine verbesserte Patientenversorgung“

KZVB begrüßt Pläne der Koalition zur Abschaffung der Budgetierung

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) begrüßt die Pläne der schwarz-gelben Koalition für die Neuregelung der vertragszahnärztlichen Vergütung.

Medienberichten zufolge soll die sogenannte Budgetierung abgeschafft werden. Seit 1993 dürfen die Kassenhonorare nicht stärker steigen als die Grundlohnsumme. „Da die allgemeinen Kostensteigerungen weitaus höher sind, müssen wir seit 18 Jahren Einkommensverluste hinnehmen“, kritisiert KZVB-Chef Dr. Janusz Rat. Vor allem für Praxen mit einem hohen Anteil gesetzlich versicherter Patienten sei die Budgetierung ein enormes wirtschaftliches Risiko.

Immer wieder kommt es zu Honorarkürzungen, weil das Budget einer Krankenkasse aufgebraucht ist. Die KZVB musste zuletzt Ende 2010 für AOK- und Knappschaftsversicherte fast drei Monate lang sogenannte „Puffertage“ ausrufen. In dieser Zeit wurde der vertraglich festgesetzte Punktwert außer Kraft gesetzt. Erst im Laufe des Jahres 2011 erfahren die Zahnärzte, wie viel Geld sie für ihre geleistete Arbeit bekommen.

„Ich kann nur hoffen, dass unsere jahrelange Überzeugungsarbeit endlich Früchte trägt. Die Budgetierung war 1993 als kurzfristige Sofortmaßnahme gedacht. Nach 18 Jahren müssen wir von diesem planwirtschaftlichen Steuerungsinstrument befreit werden. Das ist sowohl im Sinne der Zahnärzte als auch ihrer Patienten“, betont Rat.

Besonders wichtig sei die Abschaffung der Budgetierung vor dem Hintergrund des Sicherstellungsauftrages, den der Gesetzgeber den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen übertragen hat. „In einem Flächenstaat wie Bayern lässt sich eine wohnortnahe zahnmedizinische Versorgung nur aufrechterhalten, wenn die Praxen Planungssicherheit haben. Das ist durch die Budgetierung aber seit Langem nicht mehr der Fall. Bislang kann das Honorar, das die Kassen zahlen, um bis zu zwei Drittel sinken. Da zahlt jeder Zahnarzt drauf. Das können auch die Versicherten nicht wollen“, so Rat.

Für die von der schwarz-gelben Koalition geplante verbesserte Patientenversorgung sei die Reform der vertragszahnärztlichen Vergütung elementar. „Es ist bedauerlich, dass gerade die AOK, die sich selbst als Familienkasse bezeichnet, mit nicht nachvollziehbaren Berechnungen diese überfällige Entscheidung zu verhindern versucht. In Bayern wäre die Abschaffung der Budgetierung nicht mit Mehrkosten verbunden, weil den Budgetüberschreitungen, insbesondere bei der AOK, Budgetunterschreitungen bei anderen Krankenkassen gegenüberstehen. Gerade eine Familienkasse sollte nicht ihre Überschüsse, sondern die Versorgung ihrer Versicherten im Blick haben“, meint Rat.

Für Rückfragen:

Leo Hofmeier
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Leiter der Pressestelle
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