Bei der AOK wird das Geld für Füllungen knapp

Dr. med. Wolfgang Krombholz, Dr. Janusz Rat

Zahnärzte müssen mit Honorarkürzungen rechnen

Bei der AOK Bayern sowie bei der Knappschaft wird auch dieses Jahr das Geld für zahnerhaltende Maßnahmen knapp. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) appelliert deshalb in einem Rundschreiben an ihre rund 9400 Mitglieder, das Wirtschaftlichkeitsgebot bei den Versicherten dieser Kassen besonders stringent anzuwenden.

Laut KZVB zeichnet sich bei AOK Bayern und Knappschaft eine „erhebliche Überschreitung der Gesamtvergütung“ ab. Deshalb wird der vertraglich vereinbarte Punktwert für zahnerhaltende Maßnahmen wie Füllungen oder Wurzelbehandlungen von 21. November bis 23. Dezember außer Kraft gesetzt.

Gemäß einer Vereinbarung zwischen der KZVB und den Krankenkassen kann das Honorar des Zahnarztes dadurch um bis zu zwei Drittel sinken. Dennoch sollen der KZVB zufolge keine Patienten nach Hause geschickt werden. „Alle notwendigen Behandlungen werden trotz der Budgetüberschreitungen auch bei den Versicherten von AOK Bayern und Knappschaft durchgeführt. Kein Schmerzpatient wird abgewiesen“, meint KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Rat appelliert an die betroffenen Kassen, freiwillig zusätzliche Mittel für zahnerhaltende Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Die Finanzlage der Kassen lasse dies zu. 

„Wenn AOK und Knappschaft die vollständige Gegenfinanzierung der zahnärztlichen Versorgung ihrer Versicherten nicht sicherstellen, sind wir gezwungen, das Wirtschaftlichkeitsgebot so stringent wie möglich anzuwenden. Es dürfen gemäß Sozialgesetzbuch V ausschließlich Behandlungen über die KZVB abgerechnet werden, die ausreichend, notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich sind. Jeder Zahnarzt entscheidet letztlich selbst, wie er mit den Budgetüberschreitungen bei der AOK Bayern umgeht. Es nützt aber nichts, Behandlungen ins nächste Jahr zu verschieben. Das ist nur eine Verlagerung des Problems“, betont der KZVB-Vorsitzende. „Der Gesetzgeber plant, im Rahmen der aktuellen Gesundheitsreform die strikte Budgetierung im zahnärztlichen Bereich abzuschaffen. Es würde den betroffenen Krankenkassen gut anstehen, nicht darauf zu warten, sondern bereits jetzt die notwendigen Mittel bereitzustellen“, so Rat.

Der stellvertretende Vorsitzende der KZVB Dr. Stefan Böhm verweist darauf, dass die AOK Bayern die einzige große Krankenkasse ist, mit der die KZVB Budgetprobleme hat. Bei den Ersatzkassen, Betriebskrankenkassen, Innungskrankenkassen und Landwirtschaftlichen Krankenkassen bestehe keine Gefahr, dass die Gesamtvergütungsobergrenze 2011 überschritten wird.

Die KZVB ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mitglieder sind die rund 8600 bayerischen Vertragszahnärzte, also die Zahnärzte, die berechtigt sind, Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Die KZVB stellt die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für die mehr als zehn Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Bayern sicher, organisiert den zahnärztlichen Notdienst und rechnet die zahnärztlichen Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.

Leo Hofmeier
Pressesprecher
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
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