Meilenstein für die Patientenversorgung

Dr. Janusz Rat, Dr. Stefan Böhm, Vorstand der KZVB

KZVB begrüßt Forderung nach regelmäßiger Anpassung der Gebührenordnung

Die regelmäßige Anpassung der Gebührenordnungen für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker wäre aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) ein Meilenstein für den Erhalt einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Patientenversorgung. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) Dr. Rolf Koschorrek hatte gefordert, die Gebührenordnungen regelmäßig auf den Prüfstein zu stellen und Anpassungen vorzunehmen.

„Wir Zahnärzte haben mit unserer privaten Gebührenordnung (GOZ) eine 23-jährige Nullrunde hinter uns. Ich kenne keinen anderen Berufsstand, der so lange auf eine Honorarerhöhung verzichten musste“, betont KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Seit der Einführung der GOZ 1988 seien die Kosten für Personal, Praxismiete, Material und Geräte um mehr als 50 Prozent gestiegen. Außerdem habe es enorme Fortschritte in der Zahnmedizin gegeben. Einige moderne Behandlungen seien aber in der GOZ gar nicht aufgeführt.

Gleichzeitig seien die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für zahnärztliche Behandlungen insbesondere seit der Einführung der Festzuschüsse für Zahnersatz 2005 stark zurückgegangen. Sie lägen bei nur noch sechs Prozent der Gesamtausgaben. Eine hochwertige Versorgung wie Implantate oder Inlays gebe es nur mit privaten Zuzahlungen.

Rats Stellvertreter Dr. Stefan Böhm ergänzt: „Allein im Jahr 2010 sind unsere Kosten um über neun Prozent gestiegen. Wenn wir unsere Patienten weiterhin bestmöglich zahnmedizinisch versorgen sollen, ist eine regelmäßige Anpassung der GOZ unverzichtbar“.Die Anbindung an die allgemeinen Kostensteigerungen ist aus Sicht der KZVB vor allem deshalb notwendig, um eine flächendeckende Patientenversorgung zu erhalten. Schon heute gebe es – auch in Bayern – Gemeinden, die dringend einen Zahnarzt suchen.

Eine Zahnarztpraxis ist auch ein Wirtschaftsunternehmen, das am Ende des Jahres keine roten Zahlen schreiben darf. Mehr als 50.000 Menschen, der Großteil davon Frauen, arbeiten in den bayerischen Zahnarztpraxen. Der freiberufliche, in seiner eigenen Praxis tätige Zahnarzt stellt die flächendeckende, wohnortnahe Patientenversorgung sicher. Doch viele junge Kolleginnen und Kollegen scheuen heute den Schritt in die Selbstständigkeit und bevorzugen ein Angestelltenverhältnis. Das sollte der Politik zu denken geben“, betonen die beiden KZVB-Vorsitzenden.

Außerdem laufe Deutschland Gefahr, in der Zahnmedizin den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren, wenn moderne Behandlungen nicht in die Gebührenordnung aufgenommen werden. „Dank der Fortschritte bei Prävention und Prophylaxe sowie in der Endodontie können wir unseren Patienten heute ihre eigenen Zähne bis ins hohe Alter erhalten. Auch Zahnersatz bedeutet keine Einschränkung der Lebensqualität mehr. Doch all diese Verbesserungen verursachen Kosten, die auch bezahlt werden müssen. You get, what you pay for“, so Dr. Janusz Rat. 

Ansprechpartner:

Leo Hofmeier
Pressesprecher
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
Fallstr. 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: L.Hofmeier@kzvb.de
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