Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB

„Erst die Pflicht, dann die Kür“

KZVB fordert sofortiges Ende der Budgetierung zahnärztlicher Leistungen

Angesichts eines Überschusses von 16 Milliarden Euro der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) fordert die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) ein sofortiges Ende der Budgetierung zahnärztlicher Leistungen.

Bislang sind die Ausgaben für zahnerhaltende Maßnahmen in der GKV gedeckelt. Übersteigt der Behandlungsbedarf diesen Betrag, werden die vertraglich vereinbarten Punktwerte gekürzt – um bis zu zwei Drittel. Auch im letzten Quartal 2011 hat das Budget einiger Kassen in Bayern nicht ausgereicht. Die KZVB musste deshalb für diese Kassen, unter anderem für die AOK Bayern, sogenannte Puffertage festsetzen.

„Die gesetzlich versicherten Patienten haben Anspruch auf eine ausreichende zahnmedizinische Versorgung, die Zahnärzte auf das vereinbarte Honorar. Es kann nicht sein, dass in der Zahnmedizin gespart wird, während der Gesundheitsfonds Milliarden anhäuft“, so KZVB-Chef Dr. Janusz Rat. Dies gilt insbesondere für diejenigen Krankenkassen, die in der Vergangenheit keine ausreichenden Mittel für die uneingeschränkte zahnmedizinische Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung gestellt haben.

Rat sieht auch Vorschläge für Leistungsausweitungen oder Beitragsrückerstattungen kritisch. „Es gilt der Grundsatz ‚erst die Pflicht, dann die Kür‘. Der Kampf gegen Karies ist eine der wichtigsten Aufgaben des Zahnarztes. Es ist absurd, dass genau dieser Bereich gedeckelt ist“, so Rat.

Das Versorgungsstrukturgesetz sieht zwar eine Neuregelung der vertragszahnärztlichen  Vergütung vor. Diese wird allerdings erst 2013 greifen. 2012 müssen die Zahnärzte erneut mit Honorarkürzungen rechnen. Hinzu kommt, dass die Neuregelung unter dem Primat der Beitragssatzstabilität steht. „Der Behandlungsbedarf lässt sich nicht planen. Niemand geht schließlich aus Langeweile zum Zahnarzt“, kritisiert die KZVB.

Leo Hofmeier
Pressesprecher
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
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