Einsparungen beim Zahnersatz für Zahnerhalt verwenden

KZVB fordert Aufstockung der Budgets


Die Krankenkassen haben seit der Einführung der befundorientierten Festzuschüsse beim Zahnersatz 2005 rund neun Milliarden Euro eingespart. Darauf wies die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) anlässlich des 53. Bayerischen Zahnärztetages hin. Im Mittelpunkt des Kongresses, der am 19. und 20. Oktober in München stattfand, stand die Implantatprothetik.

„Implantate sind eine reine Privatleistung. Die Kassen zahlen dafür keinen Euro. Lediglich für darauf verankerte Suprakonstruktionen wie Kronen oder Brücken gibt es den sogenannten befundorientierten Festzuschuss“, erklärte der stellvertretende KZVB-Vorsitzende Dr. Stefan Böhm bei einem Pressegespräch. Erfreulicherweise seien immer mehr Patienten bereit, für Implantate tief in die eigene Tasche zu greifen. Pro Jahr werden in Deutschland rund eine Millionen Implantate gesetzt.

„Die Investition macht sich langfristig für die Patienten bezahlt. Sie haben einen Gewinn an Lebensqualität und müssen seltener wegen Reparaturen auf den Behandlungsstuhl“, so Böhm

Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB, kritisierte, dass zahnerhaltende Maßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Gegensatz zum Zahnersatz noch immer budgetiert sind. „Bei einer großen bayerischen Krankenkasse fehlen rund 20 Millionen Euro, um den Behandlungsbedarf ihrer Mitglieder in vollem Umfang zu vergüten. Dieses Geld wird uns rückwirkend von unseren Honoraren abgezogen. Wir werden für unsere Erfolge beim Zahnerhalt bestraft. Die Zahnärzte sind sicher nicht die Kostentreiber im deutschen Gesundheitswesen. Unser Anteil an den Gesamtausgaben ist in den letzen Jahren von fast zwölf auf sieben Prozent zurückgegangen“, so Rat.

2013 soll die sogenannte „Budgetierung“ von zahnerhaltenden Maßnahmen abgeschafft werden. Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen müssen dann neue Kriterien für die Höhe der Gesamtvergütung festlegen. Aus Sicht der KZVB müssen die allgemeinen Kostensteigerungen sowie ein verändertes Anspruchsdenken der Patienten dabei stärker berücksichtigt werden. „Die Budgets für zahnerhaltende Maßnahmen wie Füllungen oder Wurzelbehandlungen müssen dringend erhöht und an den tatsächlichen Behandlungsbedarf angepasst werden. Ein Inflationsausgleich ist das Mindeste, was uns die Krankenkassen zugestehen müssen. Dies lässt sich mit einem Bruchteil der Summe finanzieren, die beim Zahnersatz eingespart wurde“, so die beiden KZVB-Vorsitzenden.

Die KZVB ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mitglieder sind die rund 9500 bayerischen Vertragszahnärzte, also die Zahnärzte, die berechtigt sind, Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Die KZVB stellt die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für die mehr als zehn Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Bayern sicher, organisiert den zahnärztlichen Notdienst und rechnet die zahnärztlichen Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.

 

Leo Hofmeier
Leiter der Pressestelle
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
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