Dr. Janusz Rat
Dr. Janusz Rat

Freie Arzt- und Zahnarztwahl muss erhalten bleiben

KZVB weist Forderung nach Einzelverträgen zurück


Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) spricht sich für den uneingeschränkten Erhalt der freien Arzt- und Zahnarztwahl aus. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hatte gefordert, den Krankenkassen mehr Möglichkeiten zu geben, Einzelverträge mit Ärzten oder Kliniken zu schließen. Ärzte oder Zahnärzte, die mit einer bestimmten Kasse keinen Vertrag haben, dürften deren Versicherte dann nur noch gegen Privatrechnung behandeln.

„Die freie Arzt- und Zahnarztwahl ist einer der Eckpfeiler unseres Gesundheitswesens. Vertrauen zum Arzt oder Zahnarzt ist entscheidend für den Erfolg einer Therapie. Wir lehnen deshalb eine Einschränkung der Patientensouveränität kategorisch ab. Jeder Patient muss selbst entscheiden können, bei wem er sich behandeln lässt. Es ist nicht die Aufgabe der Krankenkassen, Patienten zu einem bestimmten Arzt oder Zahnarzt zu schicken“, betont KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Insbesondere im ländlichen Raum könnten Einzelverträge die Patientenversorgung erheblich verschlechtern. „Wenn eine Kasse nur mit einem Fach- oder Zahnarzt in der Kreisstadt einen Vertrag abgeschlossen hat, müssen Versicherte vom Land weite Wege auf sich nehmen“, warnt der stellvertretende KZVB-Vorsitzende Dr. Stefan Böhm.

Für vorgeschoben hält die KZVB das Argument, Einzelverträge würden zu mehr Effizienz im Gesundheitswesen führen. „Die deutschen Zahnärzte liefern schon heute Spitzenqualität zu äußerst niedrigen Preisen. Wenn die Kassen durch Einzelverträge die Honorare weiter senken wollen, ist das angesichts der aktuellen Milliardenüberschüsse skandalös. Dieses Geld haben die 70 Millionen Beitragszahler in Deutschland erwirtschaftet. Sie haben im Gegenzug Anspruch auf eine flächendeckende, hochwertige medizinische Versorgung. Dazu gehört es auch, dass die Arzt- und Zahnarztdichte in Deutschland höher ist als in anderen europäischen Ländern. Wartelisten wie in England oder Griechenland kann sich wirklich niemand wünschen.“

Der Wettbewerb im Gesundheitswesen muss aus Sicht der KZVB ein Qualitäts- und kein Preiswettbewerb sein.

 

Leo Hofmeier
Pressesprecher
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
Fallstr. 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: l.hofmeier(at)kzvb.de