Vorgeschmack auf die Bürgerversicherung - Zahnärzte warnen vor Gesundheitspolitik nach Kassenlage

Krankenversicherung und Gesundheitssystem am Tropf


Ein Vorgeschmack auf die Bürgerversicherung ist aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) die Diskussion um die Kürzung des Steuerzuschusses für den Gesundheitsfonds.

„Dieses Beispiel zeigt, wie gefährlich es ist, wenn die gesetzliche Krankenversicherung und das gesamte Gesundheitswesen noch stärker am Tropf des Staates hängen“, so KZVB-Chef Dr. Janusz Rat. Die Einführung der Bürgerversicherung und die Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung würden Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser vollständig der Willkür von Haushaltspolitikern aussetzen. Auch die Patienten wären dann auf Gedeih und Verderb der Politik und der Kassenwillkür ausgeliefert.

„Eine Versicherung für alle heißt im Zweifel, dass alle auf einem ressourcenbegrenzten Niveau behandelt werden. Es ist erwiesen, dass auch die gesetzlich versicherten Patienten von den höheren Ausgaben der privaten Krankenversicherung profitieren“, betont Rat.

„Neue Verfahren und die Investition in teure Geräte lassen sich nur realisieren, weil es neben der GKV die PKV als zweite Säule des deutschen Gesundheitswesens gibt. Eine durchschnittliche Zahnarztpraxis erwirtschaftet heute 50 Prozent ihres Umsatzes durch Privatleistungen. Die Abschaffung der privaten Gebührenordnung und die Überführung in eine Ein-heitsgebührenordnung würde viele Zahnarztpraxen in ihrer Existenz gefährden“, so Rat.

Der KZVB-Vorsitzende befürchtet, dass die Politik mit Einführung der Bürgereinheitsversicherung die private Krankenversicherung als „Sparschwein für wirtschaftlich schlechte Zeiten“ sieht, das sie bei Bedarf schlachten kann.

„Die Leidtragenden einer solchen Gesundheitspolitik nach Kassenlage sind die Patienten“, so Rat.

 

Tobias Horner
Stv. Leiter der Pressestelle
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