Tchibo-Schnäppchen sind kalter Kaffee - Auslandszahnersatz muss nicht vom Kaffeehändler kommen

Der Tchibo-Zahnersatz ist kalter Kaffee. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns hin.

Der Kaffeeröster wirbt derzeit mit einer „Zahnersatz-Card“ um neue Kunden und verspricht „qualitativ hochwertigen Zahnersatz zu attraktiven Preisen“. Hergestellt wird der Tchibo-Zahnersatz auf den Philippinen.

„Auslandszahnersatz ist in Deutschland inzwischen verbreitet. Viele Zahnärzte bieten ihn ihren Patienten an“, so KZVB-Chef Dr. Janusz Rat.

Aufgrund der niedrigeren Lohnkosten ist Auslandszahnersatz tatsächlich deutlich preiswerter als der aus deutschen Meisterlaboren. Doch für den Patienten kann das auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein. „Gerade bei aufwändigen Arbeiten muss oft nachgebessert werden. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn der Zahntechniker sein Labor um die Ecke hat“, betont Rat.

Verteufeln will der KZVB-Vorsitzende die Auslandslabore aber nicht generell: „Für preisbewusste Patienten stellt Auslandszahnersatz eine Alternative dar. Der Zahnarzt des Vertrauens ist auch in dieser Frage der beste Berater. Er haftet für den eingesetzten Zahnersatz und wird deshalb nur Zahntechnik von zahntechnischen Laboratorien verwenden, denen er hinsichtlich der Qualität und der verwendeten Materialien vertraut.“

Auf massive Kritik stößt bei der KZVB dagegen die Einmischung von Tchibo und seinem Partnerlabor in das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient. So bietet Tchibo an, einen Zahnarzt zu vermitteln, der den Auslandszahnersatz einsetzt.

„Ich kann nur davor warnen, das teilweise über Jahrzehnte gewachsene Vertrauensverhältnis zu seinem Zahnarzt wegen ein paar Hundert Euro zu gefährden. Der Zahnarzt des Vertrauens kennt den Patienten, seine Vorerkrankungen und seine Mundhygiene. Er weiß am besten, welcher Zahnersatz zu welchem Patienten passt. Und in Zahnarztpraxen werden Patienten auch in Zukunft keinen Kaffee kaufen können“, so Rat. 

Gesetzlich versicherte Patienten können übrigens bei der KZVB kostenlos eine zweite Meinung einholen. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.kzvb.de unter Blickpunkt Patient. Fragen beantwortet auch das Patiententelefon der bayerischen Zahnärzte (Tel.: 089 7441 999 888).




Leo Hofmeier

Leiter der Pressestelle
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
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