Nach Ende der Praxisgebühr: Bayern gehen öfter zum Zahnarzt

Rund fünf Prozent mehr Behandlungsfälle als im Vorjahr

Die Praxisgebühr hat offensichtlich viele Patienten davon abgehalten, zum Zahnarzt zu gehen. Das belegen erste Auswertungen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) für das laufende Jahr. Demnach gingen im ersten Halbjahr 2013 circa fünf Prozent mehr Patienten zum Zahnarzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den Monaten April bis Juni 2013 beträgt der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr sogar über sechs Prozent.

„Diese Zahlen belegen, dass die zehn Euro Eintrittsgeld in die Zahnarztpraxis ein falsches Signal waren. Gerade sozial schwächere Patienten wurden dadurch vom regelmäßigen Zahnarztbesuch abgehalten, was unsere Präventionsbemühungen erschwert hat“, betont Dr. Janusz Rat, Vorsitzender des Vorstands der KZVB.

Zwar sei die reine Vorsorgeuntersuchung für die gesetzlich Versicherten kostenlos gewesen, dies hätten aber offensichtlich viele Patienten nicht gewusst. Sobald der Zahnarzt eine Behandlung vornahm, sei er verpflichtet gewesen, die zehn Euro für die Kassen zu kassieren.

„Gerade in der Zahnmedizin ist es sehr wichtig, dass der Patient regelmäßig seinen Behandler aufsucht. Nur so lassen sich Karies und Zahnfleischerkrankungen recht-zeitig feststellen und behandeln. Eine präventionsorientierte Zahnmedizin muss auch im Interesse der Krankenkassen sein. Sie spart langfristig Kosten“, betont Rat.

Der KZVB-Vorsitzende hofft, dass die Krankenkassen die gestiegenen Fallzahlen auch bei den Vergütungsverhandlungen berücksichtigen.

„Wenn der aktuelle Trend anhält, werden wir dieses Jahr allein in Bayern rund 600.000 mehr Behandlungsfälle haben als im Vorjahr. Das verursacht natürlich auch Kosten. Doch dieses Geld ist eine sinnvolle Investition“, so Rat.





Leo Hofmeier

Leiter der Pressestelle
Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns                 
Fallstraße 34
81369 München
Tel.: 089 72401-184
E-Mail: l.hofmeier(at)kzvb.de
www.facebook.com/KZVBayerns