Die AOK Bayern ist eine Problemkasse

KZVB kritisiert Unterfinanzierung zahnärztlicher Leistungen

Die AOK Bayern entwickelt sich aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns immer mehr zu einer Problemkasse. „Die zahnärztlichen Leistungen sind bei der AOK Bayern seit Jahren chronisch unterfinanziert“, betont der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat.

Die KZVB musste deshalb fast für das gesamte letzte Quartal 2014 für die AOK Bayern sogenannte „Puffertage“ festsetzen, die morgen enden. Seit dem 6. Oktober war der vertraglich vereinbarte Punktwert ausgesetzt. Die Honorare der Zahnärzte sinken deshalb um bis zu zwei Drittel.

Unzutreffend sind Aussagen von AOK-Chef Helmuth Platzer, die KZVB würde das Geld, das sie von der AOK Bayern erhält, falsch verteilen. „Das Geld wird nach einem Honorarverteilungsmaßstab an die Zahnärzte ausbezahlt, der auch einer Prüfung durch das Bayerische Verfassungsgericht stand hielt. Einen Mangel kann man nicht verteilen, man muss ihn beseitigen. Man kann schließlich auch der Feuerwehr das Löschwasser nicht rationieren“, kritisiert der KZVB-Chef.

Für Praxen mit einem hohen Anteil AOK-Versicherter bedeuten die Puffertage erhebliche Umsatzeinbußen. Besonders stark betroffen sind Praxen im ländlichen Raum.

„Es wird auch deshalb immer schwerer, Kollegen für die Niederlassung außerhalb der städtischen Ballungsräume zu begeistern“, so Rat.

Die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der auch die AOK Bayern ihren Beitrag leisten müsse.

Es nütze wenig, wenn die AOK Bayern permanent auf die Rechtslage verweise. „Wozu vereinbaren wir denn Punktwerte, wenn sie bei Budgetüberschreitungen abgesenkt werden müssen? Eine Zahnarztpraxis ist auch ein Wirtschaftsunternehmen, das Planungssicherheit braucht“, betont der KZVB-Vorsitzende. In den gut 7000 bayerischen Zahnarztpraxen arbeiten rund 50.000 Beschäftigte.

Solidarisch zeigt sich die KZVB mit den bayerischen Hausärzten, von denen die AOK Bayern 12,5 Millionen Euro zurückfordert.

„Die AOK Bayern spielt ihre Marktmacht gegenüber den Leistungserbringern im Gesundheitswesen aus. Es geht ihr offensichtlich schon lange nicht mehr um das Wohl der Patienten, sondern nur noch um Bilanzen. Eine hochwertige medizinische und zahnmedizinische Versorgung gibt es aber nicht zu Dumpingpreisen. Das muss endlich auch die AOK Bayern einsehen“, so Rat.


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