55. Bayerischer Zahnärztetag: Wissenschaftlicher Kongress für Zahnärzte

Zähne und Kiefer im Netzwerk des Körpers

Der Bayerische Zahnärztetag in München ist die zentrale Fortbildungsveranstaltung für bayerische Zahnärzte. Dafür steht seine lange Tradition und die Erfolgsgeschichte insbesondere der letzten Jahre. 2014 findet der Bayerische Zahnärztetag zum 55. Mal statt, diesmal unter dem Titel „Zahn trifft Medizin – Zähne und Kiefer im Netzwerk des Körpers“. Gemeinsame Veranstalter sind die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB). Kooperationspartner für das wissenschaftliche Programm ist die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG).

Im Mittelpunkt des Wissenschaftlichen Kongresses für Zahnärzte steht der Mensch als Ganzes. Die Referate widmen sich schwerpunktmäßig der zahnärztlichen Behandlung im Zusammenwirken mit allgemeinmedizinischen Fragestellungen – unter der Maßgabe von Relevanz und Umsetzbarkeit in der täglichen Arbeit des Zahnarztes. Die Moderation des Kongresses übernimmt Christian Berger, Leiter Bayerischer Zahnärztetag und Vizepräsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer.

Von der Mundschleimhaut zum Kiefer
Der Zahnarzt hat eine hohe diagnostische Verantwortung, besonders wenn es um die Früherkennung prämaligner und maligner Haut-, Schleimhaut- und sonstiger Gewebeveränderungen geht. Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, Mainz, stellt in seinem Vortrag „Zahnmedizin als Teil der Medizin“ die Frühdiagnostik von Tumoren und Schleimhauterkrankungen dar. Er geht auch auf die Wechselbeziehung von oralen Symptomen und Allgemeinerkrankungen und ihre Bedeutung für Diagnostik und Therapie ein.

Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Regensburg, beschreibt unter dem Titel „Potenziell maligne Mundschleimhauterkrankungen“ die wichtigsten Mundschleimhauterkrankungen mit ihrer typischen Symptomatik. Aktuelle und bewährte Früherkennungsmethoden werden kritisch diskutiert. Prof. Dr. Dr. Michael Ehrenfeld, München, gibt einen Überblick über „Knochenveränderungen im Kieferbereich“.

Prof. Dr. Dr. Mark Farmand, Nürnberg, stellt in seinem Vortrag „Diagnostik und Therapie der Kieferhöhle“ Erkrankungen der Kieferhöhle vor und zeigt Behandlungsmethoden auf. Ein besonderes Augenmerk legt er auf die Vermeidung von Komplikationen. Priv.-Doz. Dr. Dr. Sven Otto, München, berichtet über „Kiefernekrosen unter antiresorptiver osteotroper Therapie“.

Für Dr. Marc A. Hünten, Starnberg, ist der Zahnarzt auch „Hautdetektiv“. Zahnärzte könnten speziell bei Patienten, die selten zur Vorsorge gehen, Hautbefunde erkennen und zuordnen. Der Referent stellt Krankheitsbilder vor, berichtet über neue Therapieerfolge und wirbt bei den Zahnärzten dafür, sich für die Hautbefunde zu interessieren.

Risikopatienten
Prof. Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel, München, spricht über „Risikopatienten in der zahnärztlichen Praxis“. Er widmet sich den Anforderungen an den Zahnarzt, die von dieser Patientengruppe gestellt werden, und erläutert, wie sich Diagnose, Behandlungsplanung und -umsetzung bei der steigenden Zahl von Risikopatienten gestalten.

„HIV und Hepatitis – Vorbeugung und Therapie“, lautet das Thema von Priv.-Doz. Dr. Ulrich Seybold, M.Sc., München. Therapien ermöglichen betroffenen Patienten eine praktisch normale Lebensqualität und -erwartung. Trotzdem ist die Unsicherheit bei manchen Behandlern noch nicht überwunden.

Wurzelspitzenresektionen und Fokussanierung
Unter dem Titel „Wurzelspitzenresektionen – Wunsch und Wirklichkeit“ erläutert Prof. Dr. Dr. Martin Kunkel, Bochum, Grundlagen zum Verständnis methodischer Anforderungen der evidenzbasierten Medizin. Die Problematik der Evidenz-Bewertung wird anhand von Beispielen wissenschaftlichen Fehlverhaltens illustriert. Unter dem Thema „Orale Fokussanierung vor operativen Interventionen“ beleuchtet Prof. Dr. Herbert Deppe, München, die Fokustheorie und berichtet über prinzipielle Überlegungen zur Fokussanierung, die am Beispiel des Herzklappenersatzes vertieft werden.

Prothetik
Der Prothetikspezialist Prof. (Univ. Zagreb) Dr. Alexander Gutowski, Schwäbisch Gmünd, erläutert die präzise analoge Abformung, die für ihn „nach wie vor Garant für prothetischen Erfolg“ ist. Die Vielseitigkeit und Genauigkeit analoger Abformmethoden würden im Vergleich zu digitalen Abformungen überzeugen. Deshalb rät er, sich mit präzisen analogen Abformmethoden zu befassen.

Mediation, vertragszahnärztliche Abrechnung und humanitäre Hilfe
Die KZVB präsentiert als Mitveranstalter an beiden Kongresstagen vertragszahnärztliche Themen jeweils in einem eigenen Programmteil. Der Vortrag „Mediation im Gesundheitswesen“ von Nikolai Schediwy, München, beleuchtet Möglichkeiten und Grenzen des Mediationsverfahrens speziell für Zahnarztpraxen. Mediation kann nicht nur Konflikte in der Praxis dauerhaft lösen, sie fördert auch die Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter.

Dr. Bernd G. Rehberg, M.Sc., Erding, Gebührenreferent der DGMKG, gibt Tipps zur „Abrechnung chirurgischer Leistungen in der zahnärztlichen Praxis nach BEMA und GOZ“. Dr. Stefan Böhm, München, verschafft den Kongressteilnehmern in seinem Vortrag „Fehlervermeidung in der Abrechnung – sachlich-rechnerische Berichtigung“ einen Überblick über die häufigsten Fehler bei der Abrechnung von Leistungen nach dem Sachleistungsprinzip. Außerdem erläutert er Neuerungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Prof. Dr. Goetz A. Giessler, Kassel, berichtet über acht Mund-Kiefer-Gesichts-Operationen, die er in einem Krankenhaus in Addis Abeba vorgenommen hat. In seinem Vortrag „Humanitäre Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und plastische Chirurgie – Zahnärzte helfen e.V.“ zeigt der Facharzt für Plastische Chirurgie, was mit der finanziellen Unterstützung des Vereins Zahnärzte helfen in Äthiopien möglich gemacht wurde.

Erosionsrestauration und Non-Extraktion in der KFO
Prof. Dr. Thomas Attin, Zürich, stellt in seinem Vortrag „Erosion, Attrition, Abrasion – Ätiologie, Vorbeugung, Therapie“ Ätiologie und Hintergründe von Erosionen, Attritionen, Abrasionen vor. Prof. Dr. Andrea Wichelhaus, München, wirbt für eine „Kieferorthopädie ohne Extraktion“. Eine frühe kieferorthopädische Therapie und gezielte biomechanische Intervention ermöglichen bei vielen Patienten eine Heilung ohne die Extraktion von bleibenden Zähnen.

Workflow, Endo und Implantologie
Bei komplexen Behandlungsfällen ist ein erfolgreicher Abschluss häufig nur schwer abschätzbar. Dr. Jan-Frederik Güth, München, zeigt unter dem Titel „Digitaler Workflow und Hochleistungspolymere“ anhand wissenschaftlicher Daten und klinischer Fallbeispiele Vorteile und Grenzen auf, die der digitale Workflow hat. Um Grenzen und Möglichkeiten geht es auch im Referat von Dr. Josef Diemer, Meckenbeuren. Der niedergelassene Zahnarzt stellt unter dem Stichwort „Endo versus Implantat“ zahnerhaltende Behandlungen und implantologische Therapien einander gegenüber.




Isolde M. Th. Kohl

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Leo Hofmeier

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