Die AOK Bayern arbeitet mit Taschenspielertricks

KZVB kritisiert Aussagen zu den Vergütungsverhandlungen 2014

Als „Taschenspielertricks“ kritisiert die KZVB Aussagen der AOK Bayern zu den Vergütungs-verhandlungen für das Jahr 2014. Die AOK Bayern hatte mitgeteilt, sie hätte der KZVB eine Erhöhung der Gesamtvergütung von drei Prozent angeboten, die Zahnärzte hätten aber zwölf Prozent gefordert. Dazu erklärt der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat: „Drei Prozent standen seitens der AOK Bayern nie zur Diskussion. Die AOK Bayern hat uns im Landesschiedsamt eine Erhöhung der Gesamtvergütung von 1,38 Prozent sowie eine Erhöhung der Punktwerte von 0,34 Prozent angeboten. In einem Schreiben vom 28. Oktober 2014 erneuerte sie dieses völlig unzureichende Angebot. Der Schiedsspruch, den die AOK Bayern beklagt hat, sah eine Erhöhung der Gesamtvergütung und der Punktwerte von 4,3 Prozent vor. Wie die AOK Bayern auf zwölf Prozent kommt, bleibt wohl deren Geheimnis“.

Rat verweist darauf, dass die Kosten der Praxen nachweislich um 5,75 Prozent gestiegen sind. Der Schiedsspruch sei deshalb bereits ein Entgegenkommen gegenüber der AOK Bayern gewesen. Zu berücksichtigen sei bei den Vergütungsverhandlungen 2014 eine ganze Reihe von Sondereffekten wie

• die Steigerung der Fallzahlen durch die Abschaffung der Praxisgebühr
• die Kündigung des „Claridentis-Vertrages“ durch die AOK Bayern
• die von der AOK geforderte Umstellung vom Mitglieder- auf den Versichertenbezug
• die Kosten für die aufsuchende Betreuung von Pflegebedürftigen

Es könne nicht sein, dass die AOK Bayern all diese - nicht von den Zahnärzten verursachten - Kostensteigerungen komplett negiere und auf ihren Vertragspartner abwälzen wolle.

„Die Unterfinanzierung zahnärztlicher Leistungen bei der AOK Bayern ist eine Tatsache, die man durch eine einzige Zahl beweisen kann: Die AOK Bayern stellt derzeit pro Mitglied 176 Euro für zahnerhaltende Maßnahmen zur Verfügung, bei anderen Krankenkassen sind es bis zu 220 Euro. Der Behandlungsbedarf ist aber bei AOK-Versicherten genauso hoch wie bei Versicherten anderer Kassen und die Preise (Punktwerte 2013) identisch.“, so Rat.

Auch der Verweis auf die Beitragssatzstabilität ist für die KZVB lediglich ein Ablenkungsmanöver. „Die AOK Bayern hat vor kurzem ein Präventionsprogramm aufgelegt, in dem sie jedem Versicherten freiwillige Präventionsleistungen von bis zu 250 Euro pro Jahr verspricht. Bei 4,3 Millionen Versicherten wäre das über eine Milliarde Euro zusätzlicher Ausgaben und damit fast das Doppelte dessen, was die AOK Bayern für die zahnärztliche Versorgung ausgibt. Wir fordern die AOK Bayern auf, vor der Kür ihre Pflicht zu erfüllen und das ist die Vergütung der von ihren Versicherten abgerufenen Leistungen mit den vertraglich vereinbarten Punktwerten“, so KZVB-Chef Rat.


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Leo Hofmeier

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