Flüchtlinge: Bayerns Zahnärzte stellen sich der Herausforderung

Positivliste bewährt sich - Versorgung läuft ohne größere Probleme

München, 21.10.2015 – Die zahnmedizinische Versorgung der in Bayern untergebrachten Asylbewerber läuft ohne größere Probleme. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) hin. Ein wichtiger Beitrag dazu ist die sogenannte Positivliste, die die KZVB vor kurzem mit dem Bayerischen Sozialministerium vereinbart hat.

„Die bayerischen Zahnärzte stellen sich auch in schwierigen Zeiten ihrer ethischen Verpflichtung“, betont der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat im Vorfeld des Bayerischen Zahnärztetages, der am 23. und 24.10.2015 in München stattfindet.

Sein Vorstandskollege Dr. Stefan Böhm ergänzt: „Die KZVB hat die besonderen Herausforderungen, die die Versorgung von Flüchtlingen mit sich bringt, frühzeitig erkannt und darauf reagiert. Seit April 2015 haben wir bayernweit Informationsveranstaltungen zu diesem Thema durchgeführt und anfangs vorhandene Informationsdefizite abgebaut. Es ist beeindruckend, dass rund 1.500 Zahnärzte und Praxismitarbeiter an diesen Veranstaltungen teilgenommen haben. Damit ist die flächendeckende Versorgung durch die niedergelassenen Kollegen gewährleistet“.

Sehr wichtig war aus Sicht der KZVB die Positivliste, die die Behandlungen umfasst, die bei Asylbewerbern ohne vorherige Genehmigung erbracht werden dürfen. Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht zwar eine Behandlung von „akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen“ vor, präzisiert aber nicht, welche Leistungen dazu zählen. Hier schafft die Positivliste nun Klarheit für Praxen und Behörden.

Die Positivliste basiert auf dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, ist aber im Umfang deutlich reduziert. Zahnärzte können beispielsweise Zähne extrahieren und Füllungen legen. Auf Zahnersatz oder eine kieferorthopädische Behandlung haben Asylbewerber aber nur in Ausnahmefällen und nach einem entsprechenden Antrag Anspruch. Vergütet wird die Behandlung mit den gleichen Konditionen wie bei gesetzlich Versicherten.

Zwischenzeitlich gibt es auch Anfragen aus anderen Bundesländern, die die Versorgung der Asylbewerber nach dem bayerischen Vorbild regeln wollen.

Weitere Informationen zur zahnmedizinischen Versorgung von Asylbewerbern finden Sie auf www.kzvb.de/Asyl





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