„Mehr Föderalismus ist gut für die Patienten“

KZVB unterstützt Forderung der bayerischen Gesundheitsministerin


München, 23. August 2016 – Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) unterstützt die Forderung der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml nach mehr Föderalismus im Gesundheitswesen. Huml hatte das Vertragsmonopol des GKV-Spitzenverbandes kritisiert. Es sei notwendig, dass die Bedürfnisse der Menschen vor Ort in Bayern besser beachtet werden. Nicht nur in der Finanzierung der GKV, sondern auch in deren Organisation müssten wieder vermehrt regional angepasste Lösungen ermöglicht werden. 

„Dem kann ich mich nur in vollem Umfang anschließen. Die Versorgungsstrukturen in Bayern weisen Besonderheiten auf, die es in anderen Bundesländern so nicht gibt. Wenn wir das hohe Niveau hierzulande erhalten wollen, brauchen wir wieder mehr Kompetenzen für die in Bayern tätigen Krankenkassen“, betont der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat.

Als Beispiel nennt Rat die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung. Diese werde im ländlichen Raum vor allem durch in Einzelpraxen niedergelassene Zahnärzte sichergestellt und lasse sich nur erhalten, wenn die mit den Krankenkassen vereinbarten Honorare kostendeckend seien. Eine „Quersubventionierung“ durch Privatleistungen sei im ländlichen Raum nur in geringerem Umfang möglich als in den Großstädten.

Auch für Zusatzverträge zwischen den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen bräuchten die Verantwortlichen in den Ländern wieder mehr Handlungsspielraum.

„Wir hatten in Bayern mehrere Vereinbarungen getroffen, die gesetzlich Versicherten eine qualitativ hochwertigere Versorgung ermöglichten. Sie wurden von den beteiligten Krankenkassen aber größtenteils aufgrund des Kostendrucks wieder gekündigt. 

Deshalb sei auch der Vorschlag Humls nach einer regionalen Komponente bei den Zuweisungen des Gesundheitsfonds an die Kassen richtig und wichtig. Derzeit wirke der Gesundheitsfonds wie ein zweiter Länderfinanzausgleich zu Lasten der bayerischen Versicherten. Sie würden mehr in den Fonds einbezahlen als sie herausbekommen. Das werde mittelfristig auch Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben, warnt der KZVB-Vorsitzende.

„Gesundheit und Pflege sind existenzielle Themen, die uns auch alle persönlich berühren“, schreibt sie in ihrem Grußwort zum Gesundheitspreis. Jeder könne in die Situation geraten, Hilfe zu benötigen oder für einen nahestehenden Menschen verantwortlich zu sein, der Pflege brauche.

Insgesamt wurden 163 Projekte für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis eingereicht, der dieses Jahr zum ersten Mal verliehen wurde. Drei mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preise wurden vergeben.

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Leo Hofmeier

Leiter der Pressestelle
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