Höhere Eigenbeteiligung war politisch gewollt

Festzuschüsse stärken die Eigenverantwortung der Patienten

München, 13. Januar 2017 – Wenig Verständnis zeigt die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) für die Diskussion um steigende Zuzahlungen gesetzlich versicherter Patienten für Zahnersatz. Gerade die Einlassungen des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach sind für die beiden KZVB-Vorsitzenden Christian Berger und Dr. Rüdiger Schott nicht nachvollziehbar.

„Eine höhere Eigenbeteiligung der Patienten an den Kosten für Zahnersatz war bei der Einführung der Festzuschüsse im Jahr 2005 politisch gewollt. Die politische Verantwortung dafür tragen die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder“, so Berger.

Die beiden Vorsitzenden erklären weiter, dass die Festzuschüsse damals im Einvernehmen mit der Zahnärzteschaft entstanden sind. „Ziel war es, dass Deutschland in der Zahnmedizin den Anschluss an die Weltspitze nicht verliert. Hochwertiger Zahnersatz sollte kein Privileg für Privatversicherte werden. Dieses Ziel haben wir erreicht“, so Dr. Schott.

Gleichzeitig sollte durch die Festzuschüsse aber auch das Bewusstsein der Patienten für Prävention und Prophylaxe geschärft werden. Auch dieses Ziel hat man erreicht. Die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) belegt eindrucksvoll die Fortschritte im Kampf gegen Karies.

„Jeder kann selbst einen Beitrag dazu leisten, seine Zähne bis ins hohe Alter gesund zu erhalten. Sollte dennoch eines Tages Zahnersatz notwendig werden, gibt es heute viele verschiedene Behandlungsoptionen. Jeder Zahnarzt wird diese mit dem Patienten durchsprechen – auch unter Berücksichtigung der finanziellen Aspekte“, meint der KZVB-Vorstand.

Bedauerlich ist aus Sicht der KZVB, dass die Krankenkassen die Gelder, die sie beim Zahnersatz eingespart haben, nicht in andere Bereiche der Zahnmedizin reinvestieren. Der Anteil des Zahnersatzes an den Gesamtausgaben der Krankenkassen sei nach der Einführung der Festzuschüsse von 2,8 auf 1,7 Prozent zurückgegangen. Die Krankenkassen hätten dadurch Milliarden eingespart. Würde man dieses Geld für die zahnmedizinische Versorgung einsetzen, ließen sich Budgetüberschreitungen locker vermeiden.

„Zahnerhaltende Maßnahmen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung noch immer budgetiert. Wir fordern angesichts von Milliarden-Einsparungen durch die Festzuschüsse, dass alle erbrachten Leistungen von jeder Krankenkasse in vollem Umfang finanziert werden“, so die beiden KZVB-Vorsitzenden.

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