Kein Grund zur Eile

Telematik: Fristverlängerung durch den Bundesrat bestätigt Haltung der KZVB

München, 9. November 2017 - Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) sieht sich in ihrer Haltung bestätigt: In seiner Sitzung am 3. November hat der Bundesrat die Verlängerung der Frist um ein halbes Jahr, in der Vertragsärzte und -zahnärzte die Versichertenstammdaten ihrer Patienten online abgleichen müssen, abgesegnet. Das bedeutet: Eine Verpflichtung, die Stammdaten (Name und Adresse) bei gesetzlich Versicherten vor Behandlungsbeginn abzugleichen, besteht erst ab dem 1. Januar 2019.

Die KZVB als Interessensvertretung der bayerischen Vertragszahnärzte hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass ihre Mitglieder mehr Zeit brauchen, um die für den Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte benötigte technische Infrastruktur zu beschaffen und zu installieren. Denn derzeit kann noch kein Unternehmen zugelassene Kartenlesegeräte und sogenannte Konnektoren liefern.

„Der von der Industrie aufgebaute Zeitdruck hat sich als Luftschloss entpuppt – so, wie wir es immer erwartet haben“, erklärte der KZVB-Vorsitzende Christian Berger. Sein Stellvertreter Dr. Rüdiger Schott ergänzte: „Wir raten nach wie vor dazu, nichts zu überstürzen und weiter den Markt zu beobachten. Denn wenn erst einmal mehrere Firmen ihre Produkte anbieten, werden die Preise mit Sicherheit sinken.“

Aus Sicht der KZVB bleibt es dabei: Für Eile besteht kein Grund. Zahnärztinnen und Zahnärzte sollten sich in Ruhe von ihrem Softwareanbieter beraten lassen, welche Geräte sie für den Online-Rollout brauchen. Weitere Informationen hat die KZVB unter kzvb.de/online-rollout zusammengefasst.

Über das Thema berichtet die KZVB regelmäßig in ihren Publikationen. Zusätzlich startet sie bayernweite „Dialogtage“, bei denen der Online-Rollout ein zentrales Thema sein wird. Start der Informationsreihe ist am Mittwoch, 15. November, um 15 Uhr in der Stadthalle Memmingen. „Die KZVB begleitet die Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte konstruktiv, aber auch kritisch“, betonte das Vorstandsmitglied Dr. Manfred Kinner. „Wir Zahnärzte gehen verantwortungsvoll mit den hochsensiblen Patientendaten um. Das muss auch mit der elektronischen Gesundheitskarte gewährleistet sein. Wie sie das rechtssicher machen, dabei stehen wir unseren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite.“


Für Rückfragen:

Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns
Tobias Horner
Stv. Leiter der Pressestelle
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