KZVB kritisiert Schutzverordnung und befürchtet Entlassungen sowie Praxissterben

Schmerzhaft für Zahnärzte, zahnmedizinisches Personal und Patienten


München, 4. Mai 2020 - Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und einem Praxissterben in Folge der Covid-19-Schutzverordnung. Da die Patientenzahlen in den meisten Praxen massiv zurückgegangen sind, die Fixkosten aber weiterlaufen, könnten viele Praxen schon bald in eine finanzielle Schieflage geraten und Entlassungen vornehmen oder schließen müssen. Dies könnte die Patientenversorgung gerade im Flächenstaat Bayern spürbar verschlechtern.

„Wir haben schon vor der Corona-Pandemie einen Konzentrationsprozess in der Zahnmedizin erlebt. In München gibt es über 2.000 Zahnärzte, gleichzeitig wird die Versorgungslandschaft im ländlichen Raum immer mehr ausgedünnt. Die Corona-Krise dürfte diese Entwicklung beschleunigen. Viele der rund 50.000 Arbeitsplätze in den bayerischen Praxen, darunter ca. 8.000 Auszubildende, werden wegfallen, und es droht ein Praxissterben. Die Folge könnten weite Wege und lange Wartezeiten für viele Patienten außerhalb der städtischen Ballungsräume sein“, warnt Christian Berger, Vorsitzender des Vorstands der KZVB.

Der von Jens Spahn ursprünglich angekündigte Rettungsschirm für die Zahnärzte wäre aus Sicht der KZVB das richtige Signal zur richtigen Zeit gewesen. Doch der Bundesgesundheitsminister scheiterte am Widerstand des Bundesfinanzministers Olaf Scholz, seiner SPD und der Barmer Ersatzkasse. Statt einer Soforthilfe haben die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen nun lediglich die Möglichkeit, bei den Krankenkassen „Kredite“ aufzunehmen, die sie in den Jahren 2021 und 2022 zurückzahlen müssen.

„Olaf Scholz geht davon aus, dass es zu enormen Nachholeffekten bei den zahnmedizinischen Behandlungen kommen wird. Angesichts millionenfacher Kurzarbeit und der stärksten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik haben wir aber erhebliche Zweifel an dieser These“, so der stellvertretende KZVB-Vorsitzende Dr. Rüdiger Schott.

Die KZVB kritisiert auch, dass die Barmer Ersatzkasse im Hintergrund gegen den Rettungsschirm opponierte und das Kurzarbeitergeld für Zahnarztpraxen in Frage stellte. Dr. Manfred Kinner, Mitglied des Vorstands der KZVB, stellt dazu fest: „Die Barmer hat wie andere Krankenkassen kaum Einnahmerückgänge zu verzeichnen. Außerdem werden die für die zahnmedizinische Versorgung eingeplanten Mittel in diesem Jahr bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Barmer gefährdet durch ihr Vorgehen die wirtschaftliche Existenz vieler Praxen und die über Jahrzehnte gewachsene Versorgungslandschaft in Bayern“.

 


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