Presseinformation der KZVB vom 14.06.2005

Patientenanteile bem Zahnersatz nur unmerklich gestiegen
Kassenzahnärztliche Vereinigung legt neueste Zahlen vor

"Nach einer neuesten Erhebung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) sind die Patientenanteile bei Zahnersatzbehandlungen nur unmerklich gestiegen", so Dr. Janusz Rat, Vorsitzender der KZVB. "Damit können wir den Beweis antreten, dass hier von interessierten Seiten mit manipulierten Zahlen das Festzuschuss-System wieder beseitigt werden soll".

Die statistische Auswertung ergab, dass im Jahre 2003 der Patientenanteil bei vertragszahnärztlichen Zahnersatzbehandlungen durchschnittlich bei 41,5 Prozent lag.

Im Jahre 2004 ist dieser Patientenanteil auf 42,61 Prozent, also um 1,11 Prozentpunkte gestiegen. Für die Monate Januar bis Mai 2005 beträgt dieser Wert 43,38 Prozent für Regelleistungsversorgungen, das entspricht einem weiteren Anstieg um 0,78 Prozentpunkte. „Es kann also keine Rede davon sein, dass die Eigenanteile durch die Umstellung auf die Festzuschüsse überproportional gestiegen seien“, so Rat weiter.

Verglichen wurden ausschließlich vertragszahnärztliche Behandlungskosten, nicht die Zusatzkosten, sogenannte Mehrleistungsvergütungen, die bei Inanspruchnahme von Nichtkassenleistungen entstanden sind. „Diese Werte wurden von der KZVB bis Ende 2004 nicht erfasst, weil sie direkt zwischen Zahnärzten und Patienten abgerechnet wurden“, so Rat.

Auch die Krankenkassen haben für die Vorjahre keinen Überblick über diese Zusatzleistungen. Erst seit Einführung der Festzuschuss-Regelung Anfang 2005 ist das komplette Abrechnungsgeschehen transparent. Nimmt man die sogenannten gleichartigen Zahnersatzversorgungen hinzu – das sind Zahnersatzbehandlungen, die über die Kassenversorgung hinausgehen – so betrug der Patientenanteil in den ersten fünf Monaten 2005 durchschnittlich 55,4 Prozent der Gesamtkosten. Hierfür mussten aber auch schon in den Vorjahren Patienten Zuzahlungen leisten, zum Beispiel für keramikverblendete Backenzähne oder große Brückenversorgungen.

Wahlfreiheit und Transparenz

Die Anzahl der durchgeführten Zahnersatzbehandlungen nähert sich kontinuierlich wieder den Durchschnittswerten: Im Mai 2005 lag sie nur noch 18,25 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Das sind ganz normale Werte, wenn man eine Systemveränderung, wie sie bei der Umstellung auf Festzuschüsse erfolgt ist, berücksichtigt“, so der KZVB-Vorsitzende. „Den Patienten nutzt eine solche Verunsicherung, wie sie derzeit durch die Krankenkassen bewirkt wird, nichts“. Rat hebt hervor, welche Vorteile das neue Festzuschuss-System für gesetzlich Krankenversicherte bietet: „Erstens haben unsere Patienten mehr Wahlfreiheiten, zweitens bekommen sie endlich einen Überblick über das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Zahnarzt.“ Informationen zu den neuen Festzuschüssen finden Patienten im Internet unter www.bonuslaecheln.de.

Für Rückfragen:

Julika Sandt, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Tel.: (089) 72401-184, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: j.sandt(at)kzvb.de

 

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