Presseinformation vom 18.11.2005

Ulla Schmidt setzt flächendeckende zahnmedizinische Versorgung aufs Spiel

„Für Risiken und Nebenwirkungen wie Billig-Medizin, Forschungs- Stillstand, Praxis-Schließungen und einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit fragen Sie bitte Ulla Schmidt.“ So kommentiert Dr. Janusz Rat, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Honorare für die gesetzliche und private medizinische Versorgung zu vereinheitlichen.

„Von der Vergütung nach den Honorarsätzen der gesetzlichen Krankenversicherung allein können viele Ärzte und Zahnärzte kaum mehr ihre Praxen führen und Mitarbeiterinnen beschäftigen“, so Rat. Er weist darauf hin, dass das Ansinnen der Bundesministerin besonders Frauenarbeitsplätze gefährdet. Fast drei Viertel der 4,21 Millionen Beschäftigten im deutschen Gesundheitswesen sind Frauen.

Die Gesetzliche Krankenversicherung bietet nur rund 25 Prozent dessen, was zahnmedizinisch machbar ist. Zahnarztpraxen wären notwendige Investitionen oftmals nicht möglich gewesen, wenn alle Behandlungen nur mit dem Kassensatz vergütet worden wären. Schon heute haben viele Praxen Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen, weil Zahnarztpraxen in den vergangenen Jahren mehr und mehr staatlich reguliert wurden. Wenn Praxen schließen, ist besonders in den ländlichen Regionen Bayerns die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung in Gefahr und die freie Arztwahl bedroht. Statt Anreize zu schaffen, würde eine Einheits-Vergütung jegliche medizinische und zahnmedizinische Entwicklung lähmen.

Für Rückfragen:

Julika Sandt, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte
Tel.: (089) 72401-184, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: j.sandt(at)kzvb.de

 

zurück zur Übersicht