Presseinformation der KZVB vom 23.03.2005

Fester Zuschuss – freie Auswahl

Bayerische Kassenzahnärzte werben für weniger Bürokratie beim Zahnersatz


Die Neuregelung mit Festzuschüssen beim Zahnersatz hat offenbar viele Patienten verunsichert, wobei die bürokratischen Vorschriften die Bearbeitungszeiten verzögert haben. Zu Beginn des Jahres verzeichneten die bayerischen Vertragszahnarztpraxen in diesem Behandlungsbereich bis zu 40 Prozent Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer bayernweiten Aufklärungskampagne geht die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) jetzt „in die Offensive, damit sich der Knoten löst und der Behandlungsrückstau abgebaut werden kann“, so hofft der KZVB-Chef Dr. Janusz Rat anlässlich einer Pressekonferenz zum Start der Aktion im PresseClub München.


Jenseits der bisherigen medizinisch eingeschränkten Regelversorgung kann jeder Vertragszahnarzt seit 1. Januar dieses Jahres seinen Kassenpatienten das komplette Leistungsspektrum der modernen Zahnersatzbehandlung anbieten – mit einem festen Kassenzuschuss, je nach Befund. Diese Neuregelung mit „befundorientierten Festzuschüssen“ stellt die rund 10 Millionen gesetzlich Versicherten in Bayern bei der Auswahl von Zahnersatz deutlich besser. Bis letztes Jahr erhielt der Patient einen Zuschuss nur zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse, nunmehr erhält er ihn bei jeder Variante. Die Einteilung der Behandlungsalternativen erfolgt über sogenannte „gleichartige“ und „andersartige“ Versorgungsformen.“

Entscheidet sich der Patient für die sogenannte Regelversorgung entsprechen die neuen Festzuschüsse in der Regel etwa dem früheren prozentualen Zuschuss. Bei aufwändigeren Behandlungen muss, wie früher auch, der Patient die Mehrkosten selbst tragen.
Unverhältnismäßige Bürokratie

Obwohl die neue Kategorisierung lediglich im Verhältnis zwischen Zahnarzt und Krankenkasse von Bedeutung ist und den Festzuschuss unberührt lässt, trug die Diskussion über die exakte Einteilung der Einzelfälle in den letzten Wochen zur Verzögerung bei der Genehmigung von Heil- und Kostenplänen bei. „Die Krankenkassen sind bemüht, den Antragsberg abzuarbeiten“, so Rat. Der bürokratische Aufwand stehe teilweise in keinem Verhältnis zum gewährten Festzuschuss. Hier bemühe sich die KZVB mit den Krankenkassen im Interesse der Patienten und Versicherten um eine einvernehmliche, „serviceorientierte Lösung“.
Informationsoffensive

Mit bayernweit ausgestrahlten Radiospots soll die Bevölkerung in den nächsten Wochen über die Möglichkeiten moderner Zahnheilkunde aufgeklärt werden. Parallel dazu bietet die KZVB für ihre 8500 zahnärztlichen Mitglieder und deren Praxispersonal unmittelbar nach Ostern in jedem Regierungsbezirk zusätzliche Seminare zum Thema an. Mit diesem Maßnahmen-Paket will Dr. Stefan Böhm, Referent für Honorarwesen der KZVB, erreichen, dass sich der Antragsstau in Kürze entzerrt. „Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass wir in den Praxen auch weiterhin unsere Patienten in der gewohnt hohen Qualität zu angemessenen Preisen behandeln können.“


Für Rückfragen:

Hans Glatzl, Pressestelle der Bayerischen Zahnärzte,
Tel.: (089) 72401-162, Fax: (089) 72401-276, E-Mail: h.glatzl(at)kzvb.de

 

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