Patienten erster Klasse dank zweiter Meinung

Startschuss für Zahnersatz-Beratung der KZVB

Den offiziellen Startschuss für einen neuen, bayernweit einmaligen Service gab heute die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB): Bei der Zahnarzt-Zweitmeinung können Patienten ihren Heil- und Kostenplan ab sofort von einem erfahrenen Zahnarzt kostenlos prüfen und sich untersuchen lassen.

Brücke oder Implantat? Gold oder Keramik? Wer Zahnersatz benötigt, hat die Qual der Wahl. Die Zahnärzte informieren ihre Patienten über die Vor- und Nachteile verschiedener Versorgungsalternativen, und die Patienten sollten keine Scheu haben, bei ihrem Zahnarzt nachzubohren – mit Fragen.

Wer zusätzlich eine zweite Meinung wünscht, kann sich ab sofort an eine neue Patienten-Anlaufstelle wenden, die Zahnarzt-Zweitmeinung der KZVB im Zahnärztehaus München. Dort beraten insgesamt drei kompetente und neutrale Zahnärzte gesetzlich krankenversicherte Patienten rund um geplante Versorgungen mit Zahnersatz.

Die persönliche Untersuchung und Beratung ist vorerst kostenlos. Voraussetzung ist, dass der Patient einen Termin vereinbart. Er braucht keine Chipkarte vorzulegen. Bei einer bevorstehenden Zahn-ersatz-Behandlung sollte er jedoch seinen Heil- und Kostenplan und nach Möglichkeit auch Röntgenbilder mitbringen.

Ein Gutachterverfahren darf nicht anhängig sein. Der Zahnarzt in der Beratungsstelle spricht mit dem Patienten über die geplante Behandlung, die Ansprüche und Vorstellungen des Patienten sowie über die verschiedenen Therapie-Alternativen. An einer Behandlungseinheit mit einer so genannten intraoralen Kamera kann der Zahnarzt dem Patienten die Gebiss-Situation veranschaulichen.

Bei der Eröffnungs-Pressekonferenz zur Zahnarzt-Zweitmeinung am Mittwoch erklärte der KZVB-Vorsitzende Dr. Janusz Rat, dass die Ver-tragszahnärzte mit diesem neuen Beratungsangebot dem steigenden Informationsbedürfnis der Patienten Rechnung tragen. Der medizinische Fortschritt und die Festzuschüsse böten den Patienten mehr Wahlfreiheiten. „Jeder Patient kann letztlich selbst entscheiden, ob er eine Regelversorgung oder höherwertigen Zahnersatz wünscht“, so Rat. „Nur ein überzeugter Patient ist ein guter Patient.“

Der KZVB-Vorsitzende warnte zugleich vor Schnäppchenjagd beim Zahnersatz: „Es ist nicht sinnvoll, ja geradezu abzuraten, ein gewachsenes Vertrau-ensverhältnis zu seinem Zahnarzt aufzugeben, nur weil man über billigere Zahntechnik Geld sparen kann. Auch der eigene Zahnarzt kann auf Wunsch preisgünstige Zahntechnik anbieten.“

Dr. Martin Reißig, stellvertretender Vorsitzender der KZVB, ergänzte: „Unser Angebot richtet sich an Patienten, die vor einer Investitionsentscheidung stehen. Sie waren bereits beim Zahnarzt ihres Vertrauens und haben einen Heil- und Kostenplan in Händen. Es ist verständlich, dass sie vor ihrer Entscheidung eine zweite Meinung wünschen.“ In vertragszahnärztlichen Fragen sei schließlich niemand kompetenter als die Vertragszahnärzte.

Diese Einschätzung bestätigte Dr. Frank Portugall, Referent für das Gutachterwesen der KZVB, mit harten Fakten: In der Pilotphase hätten die allermeisten Patienten die Zahnarzt-Zweitmeinung mit „Sehr Gut“ oder „Gut“ bewertet. „Interessant ist für Sie sicher auch, dass der Groß-teil der vorgelegten Heil- und Kostenpläne fachlich in Ordnung ist“, stellte Portugall gegenüber den Medienvertretern klar.

Er gab ihnen mit auf den Weg, dass es bei jeder Frage und bei jedem Problem rund um die zahnärztliche Versorgung jemanden gibt, der dem Betroffenen hilft: „Meist ist es das Beste, der Patient fragt bei seinem Zahnarzt nach. Wenn noch Fragen offen sind, hilft die telefonische Patienten-Beratungsstelle unter der Telefonnummer 089 72401-348. Wer eine persönliche Beratung zu einer geplanten Zahnersatz-Versorgung wünscht, wendet sich am besten an die Zahnarzt-Zweitmeinung der KZVB, Telefon 089 72401-370.“

Für Rückfragen:
Pressestelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns,
Julika Sandt, Telefon: 089  72401-184,
Leo Hofmeier, Telefon: 089 72401-214,
Fax: 089 72401-276, E-Mail presse(at)kzvb.de